Di, 20. November 2018

1200 Frauen auf Straße

07.11.2018 06:00

Demo gegen Lohnkürzungen bei Kindergärtnerinnen

Mächtiges Aufbegehren von Salzburgs Kindergarten-Pädagoginnen gegen die geplanten Lohnkürzungen: 1200 von ihnen demonstrierten am Dienstag und zogen von der Schwarzstraße über die Staatsbrücke bis zum Residenzplatz. Ihre Sorge: Die Politik macht ihren Beruf unattraktiv, die Qualität der Einrichtungen sinke.

„Die Qualitätsmängel in den Salzburger Kindergärtner sind nicht mehr tragbar“, so Monika Mitterwallner, Obfrau der BKPS, der überparteilichen Berufsgruppe der Pädagoginnen in den Kinderbildungseinrichtungen Salzburgs: „Eigentlich haben unsere Politiker versprochen, dass unser Beruf wieder attraktiver gemacht werden sollte.“

Zwar gab es Lohnerhöhungen, Verbesserungen in Krabbelgruppen und bei der Tagesbetreuung. Doch jetzt sieht ein Entwurf vor das Gemeindebediensteten-Gesetz zu ändern. Dahin gehend, dass bei Neueinstellungen und bei Ortswechsel für die Pädagoginnen die Osterferien und der Allerseelen-Tag sechs zusätzliche Arbeitstage werden.

Die Pädagoginnen haben nachgerechnet: „Auf die Lebensverdienstsumme einer Pädagogin bedeutet das eine Lohnkürzung von 34.000 Euro brutto, also rund einen Jahresverdienst.“

Der notwendige Ausbau der Tagesbetreuung bringt es mit sich, dass Arbeitskräfte vom Kindergarten dorthin versetzt werden könnten. Und dann sechs ihrer bisherigen Schließtage, die Bestandteil ihres Lohnes waren, verlieren.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir unter solchen Voraussetzungen weitere, dringend benötigte Nachwuchskräfte bekommen“, so BPKS-Obfrau Monika Mitterwallner. In vielen Gemeinden haben Bürgermeister den Pädagoginnen sogar Sprechverbot erteilt - nicht einmal mit Eltern dürfen sie über ihre Sorgen reden. So wurden in einer Gemeinde sechs offenen Stellen mit „Helferinnen“ besetzt, um so den Personalmangel zu verschleiern. Und vielerorts wird Pädagoginnen nur ein Teilzeit-Arbeitsplatz angeboten.

Rund 1200 von ihnen ließen es sich Dienstag nicht nehmen, für ihre Forderungen auf die Straße zu gehen. Auf Transparenten stand zu lesen: „Kinder brauchen Profis - Profis brauchen Mittel.“ Weil Bildung und Betreuung kosten. Heute, Mittwoch, ist die geplante Gesetzesänderung Thema im Landtag.

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

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