11.01.2010 11:10 |

Harte Arbeit

Marcel Hirscher kehrte aufs Slalom-Podest zurück

Erstmals seit März 2008 in Bormio stand am Sonntag Marcel Hirscher im Slalom-Weltcup wieder auf dem Stockerl. In diesen 22 Monaten, in denen der 20-Jährige aus Annaberg in Salzburg im Riesentorlauf enorme Fortschritte machte, steckte er die meiste Arbeit aber in den Slalom. Der Zweite von Adelboden scheint nun den perfekten Ski an den Füßen zu haben und schaffte es dank eines dosierten ersten und eines entfesselnden zweiten Laufes wieder aufs Podium.

Mit dem Wechsel zu Atomic hat Hirscher den Entwicklern bei der Skifirma eine Aufgabe zu lösen gegeben. Das 70-Kilogramm-Leichtgewicht bei einer Größe von 173 Zentimetern benötigt andere Latten als schwerere Piloten, mit denen Atomic große Erfahrung hat. "Im Slalom war einiges zu tun, das ist kein Geheimnis. Man sieht, mit welchem Elan das Team dabei ist. Es geht in großen Schritten vorwärts, ein großes Danke meinerseits", sagte der Technikspezialist, der hinzufügte, dass der Weg nicht leicht gewesen sei, er aber ohne den Wechsel wohl ein Slalomspezialist geblieben wäre. So aber strebt er nach mehr, jedoch Schritt für Schritt.

"Ich bin ein Querdenker"
Marcel Hirscher macht sich viele Gedanken, auch oder vor allem nach den ersten drei Slaloms in dieser Saison, in denen er einmal nach Zurücksteigen 26. geworden war und zweimal das Ziel nicht gesehen hatte. "Wenn dann die Trainer sagen, 'du hast es ja drauf, du kannst es', dann merkt man, dass an einem gezweifelt wird. Nicht im negativen Sinn, sie wollen dich ja aufbauen. Aber ich bin halt so ein Querdenker. Wenn mich wer aufbauen will, mache ich auch was falsch", ist die Meinung des Salzburgers. "Man merkt einfach, wenn man zu Olympia will, dann darf die Leistung nicht nur im Training gut sein oder 15 Tore, sondern man muss auch durchkommen."

Der junge Mann spart nicht mit Selbstkritik und mit Erläuterungen, um möglichen Missverständnissen vorzubeugen. "Es soll nicht heißen, dass ich Aussagen negativ auslege, aber man merkt es ja selbst. Wenn man dreimal ausfällt, dann fällt die Welt zusammen für den Athleten, der in dieser Disziplin die meiste Arbeit investiert hat."

Slalom-Training überwiegt
Und er investiere seine ganze Zeit in die Entwicklung im Slalom, denn im Riesentorlauf funktioniere es gut mit wenig Arbeit. "Und wenn du dann in der Disziplin, in die du alles reinpulverst, die ganze Energie und Kraft, nichts zurückbekommst, dann ist das schwer. Aber jetzt werde ich nicht einmal mehr nachdenken, ob ich zu viel Ski teste oder zu viel trainiert habe. Alles egal, denn es steht dafür."

In Wengen wird Hirscher nur den Torlauf bestreiten, zuvor steht für die österreichische Slalomspezialisten noch eine Trainingseinheit in Kitzbühel auf dem Programm, um den nächsten Angriffen von Julien Lizeroux und Co. gewappnet zu sein.

Allerdings ist es ein bisschen auch Lizeroux zu verdanken, dass Hirscher in Adelboden auf das Podest gefahren war. Der Österreicher bekam am Start mit, dass der Zwölfte nach dem ersten Lauf einen tollen zweiten erwischt hatte, am Ende wurde es ja sogar der Sieg. Hirscher blieb also nichts übrig, als aufzudrehen. "Für mich ist es immer gut, wenn einer vor mir extrem gut fährt. Dann denke ich mir, ich muss da jetzt einen draufsetzen, denn die richtigen Knaller kommen ja dann noch."

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