25.10.2018 15:29 |

Er lebte in Thailand

Blinde Liebe: Frau überwies 152.000 € an Betrüger

Er wollte als Kickbox-Trainer durchstarten, deshalb „borgte“ er sich von einer hier lebenden Engländerin immer wieder Geld aus. Sie war verliebt, vertraute ihm und schickte Bares. Von Juni 2010 bis zum September 2015, 152.000 Euro. Im Landesgericht Salzburg gestand der Betrüger und versprach, alles zurückzuzahlen.

Es begann 2010 mit einer Affäre in Bad Gastein: Damals lernte der Angeklagte (47) die Frau, einer Engländerin, im Gastro-Gewerbe kennen. „Er hat mir extrem viel geholfen, ich habe ihm vertraut und geglaubt“, erzählte sie im Zeugenstand der Vorsitzenden Bettina Maxones-Kurkowski.

Er lebte in Thailand, sie zahlte

Der Sportler hatte einen Plan, er wollte ein Geschäft in Thailand eröffnen. Als Muay Thai-Boxer (die thailändische Art des Kickboxens). Dies nahm er zum Anlass, um sich Geld zu borgen: Zuerst 12.000 Euro, nach seinem Abflug weitere 7000 und so weiter. Das letzte Mal war er 2011 in Österreich - trotz allem hielt er die Beziehung via Internet über fünf Jahre am Leben. Und bat immer wieder um Geld. „Sie haben die Gutgläubigkeit und die wahnsinnige Naivität der Frau ausgenutzt“, schlussfolgerte Frau Rat. Dem konnte der 11-fach Vorbestrafte nicht viel entgegen zu setzen.  Zudem hatte er bereits vor seiner Thailand-Reise massive Schulden. Und etliche Vorstrafen, allein acht einschlägige.

Opfer hält weiter zum Angeklagten

Das wusste sie nicht, genauso wenig, dass es mit dem Geschäft nichts wurde und er im Urlaubsland auch noch mit einer Prostituierten zusammenlebte. Daraus gingen zwei Kinder hervor. Wobei er selbst nicht weiß, ob diese auch von ihm sind. Erzählt hat er der Engländerin kein Wort davon.

Als das Opfer aufgrund der vielen Überweisungen in Geldwäsche-Verdacht geriet, flog der Betrug auf. Und trotz alldem hält sie bis heute zu ihm und will nicht, dass er in Haft sitzt: „Ich will nur das Geld wieder zurück.“ Das versprach er, schloss mit ihr eine Rückzahlungsvereinbarung ab: 500 Euro jeden Monat, 25 Jahre lang. „Dafür muss er aber arbeiten“, betonte Verteidiger Franz Essl. Dies erkannte auch der Senat:  18 Monate teilbedingte Haft, drei davon unbedingt. Mit November kann er anfangen, alles wieder in Lot zu bringen.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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