Di, 20. November 2018

Tscheche „gefangen“

25.10.2018 06:10

Zwei Tage lange Rettungsaktion auf Hochalmspitze

Fast zwei Tage war ein tschechischer Bergsteiger auf der 3360 Meter hohen Hochalmspitze „gefangen“. Der Mann war geschwächt und suchte in einer Steinkluft Sicherheit vor dem starken, orkanartigen Wind. Trotz widrigster Verhältnisse stiegen die Bergretter auf und konnten den schlecht ausgerüsteten Bergsteiger ins Tal bringen. „Er hätte sicher keine Nacht mehr überlebt, er war total erschöpft und konnte sich kaum mehr auf den Beinen halten“, so Bergretter Edmund Steiner.

Bereits am Montag hatten zwei ungarische Bergsteiger beim Abstieg von der Hochalmspitze einen Notruf abgesetzt, dass sie wegen totaler Erschöpfung nicht mehr in der Lage seien, selbst abzusteigen. Die beiden Ungarn wurden von Bergrettern der Ortsstelle Gmünd gerettet und in Sicherheit gebracht - krone.at berichtete.

Die Männer gaben den Hinweis, dass noch ein weiterer Alpinist am Berg unterwegs sein soll. Nach mehreren Sichtflügen wurde dieser Bergsteiger in mehr als 3100 Metern Seehöhe entdeckt. Der Tscheche befand sich zwischen Hochalmspitze und dem Steinernen Mandel in einer Steinkluft. „Die Mannschaft des Polizeihubschraubers versuchte, eine Taubergung durchzuführen, die aber durch den immer stärker aufkommenden Föhnsturm nicht mehr möglich war“, schildert Edmund Steiner von der Bergrettung Spittal/Stockenboi.

Sieben Bergretter und Bergrettungsarzt Roland Rauter stiegen zum Gipfel auf. Unter schwierigsten Bedingungen - es stürmte und Graupelschauer gingen nieder - gelang es dem erfahrenen Bergrettungsarzt und seinen Begleitern, bis zum Gipfel vorzudringen. Doch der gesuchte tschechische Bergsteiger war nicht mehr auffindbar. Steiner: „Die Kameraden beschlossen daraufhin, über den Detmolder Grat die Suche fortzusetzen, und die restliche Mannschaft seilte sich über die Aufstiegsroute ab.“ Dienstag, gegen 20 Uhr, wurde der Tscheche in 2800 Metern Seehöhe in der Lassacher Winkelscharte total erschöpft und übersät mit Prellungen, Abschürfungen und Erfrierungen aufgefunden. „Er konnte sich selbst nicht mehr fortbewegen, worauf man neue Bergrettungskräfte nachbeorderte, um den Abtransport zu unterstützen“, schildert Steiner.

Der tschechische Bergsteiger wurde mittels einer Gebirgstrage bis zur Gießener Hütte und von dort aus mit einem Einsatzfahrzeug ins Tal gebracht. Der gesamte Einsatz, die Rettung der beiden ungarischen Bergsteiger und des Tschechen dauerte insgesamt 28 Stunden. Dabei waren mehr als 50 Bergretter von den Ortsstellen Gmünd, Spittal/Drau-Stockenboi, Villach, Radenthein, Oberes Drautal, Kolbnitz und Mallnitz im Einsatz, wobei die Rettungskräfte durch die äußerlichen Umstände teilweise an ihre Leistungsgrenze stießen.

 krone.at
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