Mo, 19. November 2018

„Spaß aus Langeweile“

24.10.2018 14:00

Bursche bot Freund im Internet zum Verkauf an

Wie schnell aus Spaß Ernst werden kann, hat ein Bursche aus München erfahren müssen: Er hatte seinen Freund aus „Langeweile“ im Internet zum Verkauf angeboten - bis eines Morgens die Polizei vor der Tür stand.

Wie die Polizei München am Dienstag mitteilte, hatte bereits Anfang Jänner eine aufmerksame Internetnutzerin ein Online-Inserat gemeldet, in dem ein augenscheinlich minderjähriger Bursche für mehrere tausend Euro zum Verkauf angeboten wurde. In der mit einem Foto versehenen Anzeige wurde der etwa 12- bis 14-Jährige mit derben Begriffen angepriesen. So sollte es sich um einen „Fehlkauf“ handeln, das „Exemplar komme leider aus China“, „sei absolut minderwertig“ und würde „wirklich derbe stinken“, sodass ein „Ölwechsel“ zu empfehlen sei.

Anhand des Gesamteindrucks des Inserats konnte die „Ernsthaftigkeit des Verkaufsangebots“ laut Polizei nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Das Amtsgericht München erließ daher einen Durchsuchungsbeschluss wegen Verleumdung gegen den zwischenzeitlich ermittelten Inserenten, insbesondere aufgrund der derben Art der Anzeige, des jungen Alters des zu diesem Zeitpunkt unbekannten Geschädigten und der öffentlichen Einsehbarkeit der mit einem Foto versehenen Anzeige.

„Derber Spaß aus Langeweile“
Mitte Mai wurde schließlich die elterliche Wohnung des 15-jährigen Beschuldigten durchsucht. Nach der Vernehmung des Beschuldigten sowie des - inzwischen ausgeforschten - 14-jährigen Freundes, der in der Anzeige angeboten wurde, bestätigte sich, dass es sich bei dem Inserat wohl tatsächlich um einen „derben Spaß aus Langeweile“ gehandelt hatte.

Der Spaß für den 15-jährigen Inserenten hielt sich jedoch in Grenzen: Im Rahmen der Durchsuchung wurde in seinem Kinderzimmer ein Nunchaku aufgefunden, was eine Anzeige nach dem Waffengesetz zur Folge hatte. Noch schlimmer dürfte ihn jedoch die Beschlagnahmung seines Smartphones getroffen haben.

Die beiden Jugendlichen und ihre Eltern wurden eingehend über die ernsten Hintergründe solcher „Scherz-Inserate“ im Internet und die damit verbundenen Gefahren belehrt. Insbesondere darüber, dass zum Schutz von tatsächlichen Opfern die Ernsthaftigkeit solcher Anzeigen grundsätzlich polizeilich überprüft wird.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Bei 2:1 in Nordirland
Die Noten: Schlager war unser bester Mann am Platz
Fußball International
Nach 2:1 in Nordirland
ÖFB-Kapitän: „Das müssen wir für 2019 mitnehmen“
Fußball International
Frühgeburten
Wenn es Babys eilig haben
Gesund & Fit
Grausame Drohungen
Europas Königskinder in höchster Lebensgefahr?
Video Stars & Society
Nations League
Schweiz holt sich Finalticket mit 5:2 über Belgien
Fußball International
Stimmen zu NIR - AUT
O‘Neill: Arnautovic-Einwechslung war Knackpunkt
Fußball International
Mit Rekord-Gewinnsumme
Jetzt winkt der allererste Siebenfach-Jackpot!
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.