24.10.2018 08:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

Autovermieter drängen oft zu „Doppel-Versicherung“

Man bucht online ein Mietauto samt Versicherung. Wenn man den Wagen dann abholt, verlangt der Vermieter plötzlich den Abschluss einer weiteren Polizze. Auch ein Niederösterreicher musste diese Erfahrung machen. Beim Europäischen Verbraucherzentrum Österreich (EVZ) häufen sich die Beschwerden über vergleichbare Fälle!

Bei einem Mietwagenvermittler im Internet buchte Christian W. einen Pkw für mehrere Tage um 300 Euro. Und zahlte für die Versicherung inkl. Selbstbehalt-Ausschluss 55 Euro extra. Bei der Auto-Abholung am Flughafen wartete dann die böse Überraschung. „Man bestand auf den Abschluss einer weiteren Versicherung“, so der Niederösterreicher. Der Hinweis, dass der Wagen bereits versichert sei, ließ den Autovermieter unbeeindruckt. Weshalb dem Leser nichts anderes übrig blieb, als die Polizze abzuschließen, um den Pkw zu erhalten. Auch seine spätere Beschwerde wurde einfach abgeschmettert.

EVZ: „Die Vorgehensweise hat System“
Reinhold Schranz vom Europäischen Verbraucherzentrum Österreich (EVZ) rät Konsumenten, sich über Versicherungsbedingungen im Vorfeld genau zu informieren und die Polizze dann beim Abschluss des Mietvertrages vor Ort vorzulegen. Zum Fall von Herrn W. sagt der Experte: „Die Vorgehensweise hat System, wir haben bereits viele derartige Beschwerdefälle erhalten.“

Laut der Mietwagenfirma hätte der Leser vor dem Vertragsabschluss protestieren müssen. Grund für ein Entgegenkommen sah man übrigens keinen. Denn man habe keine Kenntnis von den zwischen Autovermittler und Kunden geschlossenen Vereinbarungen. Und erhalte nur buchungsrelevante Daten, zu denen Versicherungen nicht zählen würden.

Ein Umstand, den nicht nur die Verbraucherschützer, sondern auch die Ombudsfrau mehr als hinterfragenswert empfinden!

Tipps der EVZ-Experten:

  • Wird trotz bestehender Versicherung der Abschluss einer weiteren Polizze gefordert, dies nur unter Vorbehalt tun und im Vertrag schriftlich vermerken
  • Es ist ratsam, mittels Kreditkarte zu zahlen, da dann die Möglichkeit eine Rückbuchung des Zahlungsbetrags besteht
  • Stets Preise und Leistungen vergleichen und prüfen, wer letztlich Vermittler und wer Vertragspartner ist
  • Unterlagen ausdrucken und gut aufbewahren
 Ombudsfrau
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