09.01.2010 13:25 |

Fans drehen durch

Polizeischutz für Säumel und seine Torino-Kollegen

Die Spieler des italienischen Zweitligisten FC Torino, der auch den Österreicher Jürgen Säumel unter Vertrag hat, sind unter Polizeischutz gestellt worden, nachdem sie von ihren eigenen Anhängern angegriffen worden waren. Die Sicherheitsmaßnahmen um den Verein wurden auf Rat der Turiner Polizei gestärkt, vor allem jene um Kapitän David Di Michele, berichtete die italienische Sporttageszeitung "Tuttosport" am Samstag.

Als die Spieler mit ihren Familien am Mittwochabend den Geburtstag ihres Kapitäns in einem Restaurant feierten, wurden sie von 25 erzürnten Ultras beleidigt, bedroht und bespuckt. Einige Spieler sahen sich sogar Fußtritten ausgesetzt, die Polizei musste eingreifen. Die italienische Spielergewerkschaft AIC verurteilte diesen Angriff und kündigte entsprechende Maßnahmen an.

"So etwas ist traurig und erschreckend", meinte der 25 Jahre alte Säumel, der im Bild als Zweiter von rechts zu sehen ist.

Streikdrohung
Aus Protest gegen den Angriff drohten die Spieler mit einem Streik. Sie wollten das Match gegen Cittadella boykottieren. Nachdem sie jedoch unter Polizeischutz gestellt wurden, wollen sie das Spiel aber bestreiten. Der Angriff gegen die Spieler wurde von Torino-Coach Mario Beretta scharf kritisiert. "Gewalt im Sport ist absurd. Fußball als Ausrede zu nehmen, um zu schlagen, ist inakzeptabel", meinte Beretta.

Zu allem Überfluss geisterten zuletzt auch noch Manipulations-Gerüchte um die 1:2-Heimniederlage gegen Crotone am 28. November des Vorjahres durch die Medien. Säumel wurde in dieser Partie zur Pause beim Stand von 1:2 eingewechselt, an eine mögliche Schiebung kann der Steirer nicht glauben. "Mir ist überhaupt nichts aufgefallen. In diesem Spiel ist es um den Job des Trainers gegangen. Mit ihm sind wir alle gut ausgekommen, also hat sich jeder noch mehr reingehängt. Wir haben verloren, weil wir eine schlechte Phase hatten, sicher nicht, weil wir absichtlich schlecht gespielt haben. Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass alles regulär abgelaufen ist", betonte der frühere Kapitän von Sturm Graz.

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