20.10.2018 11:55 |

Effekt durch Zellulose

Karottenfasern machen Beton um bis zu 80% stabiler

Schon eine geringe Menge an kleinsten Partikeln aus Karotten macht Beton um bis zu 80 Prozent stabiler. Wie Wissenschaftler an der britischen Universität Lancaster herausgefunden haben, werden durch die Beimischung Risse im Beton verhindert und durch die Senkung des Bedarfs an Zement zudem der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) verringert. Derzeit verursacht Zementherstellung rund sieben Prozent der weltweiten CO2-Emissionen, schätzt die Internationale Energie-Agentur IEA.

Die Karottenpartikel werden vom schottischen Unternehmen CelluComp hergestellt. Firmenchef Christian Kemp-Griffin erläuterte, dass Karotten, die fast zur Gänze aus Wasser bestehen, dank Zellulose trotzdem prall und knackig bleiben. Diese gibt es in allen Pflanzen, insbesondere in Holz, aber sie ist aus Gemüse leichter zu gewinnen.

Zellulose billige ökologische Quelle
Da es weltweit sehr viel Gemüseabfall gibt, sei diese Zellulose eine billige und ökologische Quelle für die Fasern. „Man kann einfach ein paar solche Fasern in andere Materialien stopfen und sie werden zu einem Zusatzstoff, der Leistungsmerkmale erhöht“, so Kemp-Griffin.

Reaktion zwischen Fasern und Zement
Schon eine winzige Menge Zellulose verändere die Eigenschaften von Zement, weil sie das Verhalten von Wasser beim Aushärten des Betons verändern. „Es sind nicht die physikalischen Eigenschaften der Faser, die zur Stärkung des Betons führen, sondern die Fähigkeit, Wasser zu binden. Es gibt eine chemische Reaktion zwischen den Fasern und dem Zement.“

Tests mit Fasern von Zuckerrüben geplant
Nun werde auch mit Fasern aus der Zuckerrübe (Bild oben) getestet, da bei der Zuckergewinnung riesige Mengen Pulpe (eine breiige Masse, die Melasse, Carbokalk und Rübenfasern enthält; Anm.) übrig bleiben, sagte Mohamed Saafi, der Leiter der Forschungsgruppe an der Universität Lancaster.

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