Menschliches Erbgut

Virus nistete sich vor 40 Mio. Jahren in DNS ein

Wissen
07.01.2010 09:45
Das menschliche Genom enthält ein tierisches Virus, das sich vor mindestens 40 Millionen Jahren im Erbgut unserer Spezies festsetzte. Forscher der Universität Osaka in Japan fanden laut dem Wissenschaftsmagazin "Nature" heraus, dass es sich um das Bornavirus handelt, das erstmals in den 1970er-Jahren identifiziert wurde.

Die Wissenschaftler unter Keizo Tomonaga verglichen in einer Studie die DNS diverser Säugetiere, darunter Menschen, Affen, Elefanten, Beuteltiere und Nager, um Zeichen des Bornavirus aufzuspüren. Im menschlichen Genom fand das Team das Virus sowohl fragmentarisiert als auch Form zweier Gene, deren Funktion allerdings unbekannt ist.

Das Bornavirus vermehrt sich den Forschern zufolge in den befallenen Zellkernen. Der Name des Erregers stammt von der deutschen Stadt Borna bei Leipzig, wo 1885 ein komplettes Regiment von Kavallerie-Pferden von einer mysteriösen Krankheit ausgelöscht wurde. Mittlerweile wurde das Virus auch in Schafen, Lamas, Straußen, Katzen und Rindern nachgewiesen, unklar ist aber weiterhin, wie es sich verbreitet.

Zusammenhang mit Schizophrenie?
Welche Bedeutung der Nachweis des Bornavirus in der menschlichen DNS hat, dürfte heftige wissenschaftliche Kontroversen auslösen. Die grundlegenden Fragen sind dabei, ob das Virus ausschlaggebende genetische Mutationen in der Menschheitsentwicklung ausgelöst hat, ob es für Erbkrankheiten oder womöglich den Schutz vor Krankheiten sorgt. Es gibt bereits Spekulationen, wonach das Bornavirus mit Schizophrenie oder anderen Störungen im Zusammenhang stehen könnte.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Wissen
07.01.2010 09:45
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung