Mi, 21. November 2018

„Krone“-Interview

20.10.2018 07:00

William Fitzsimmons: Mit Musik aus der Privathölle

Du arbeitest ein Jahr lang an Musik und kommst plötzlich drauf, dass dich deine Frau nach fast zehn Jahren Ehe mit deinem Schlagzeuger betrügt, mit dem du das geplante Album geschrieben hast - im eigenen Haus. Anstatt völlig durchzudrehen ging Singer/Songwriter William Fitzsimmons analytisch an die Sache heran, verwarf alles und fertige mit „Mission Bell“ sein traurigstes, wütendstes und auch persönlichstes Album. Im Interview vor seinem Auftritt in der Wiener Ottakringer Brauerei erzählte uns der 40-Jährige ohne Umschweife, wie man ein deartiges privates Fiasko möglichst gut durchtaucht und warum Verzeihen immer die beste Lösung ist.

„Krone“: William, du hast unlängst in Wien einen Auftritt mit Joshua Radin absolviert - nebenbei noch ein guter Freund von dir.
William Fitzsimmons: Wir sind seit mittlerweile mehr als zehn Jahren befreundet. Ich will nicht sagen, dass neue Menschen kennenzulernen nicht Spaß machen könnte, aber je älter ich werde, umso mehr genieße ich es, mich in einem Wohlfühlsegment aufhalten zu können. (lacht) Du trinkst lieber ein gemütliches Bier und weißt, dass du einen Monat im Bus Spaß haben wirst. Es klingt wohl egoistisch, aber ich fühle mich so einfach wohler. Unsere Musikstile überlappen sich, obwohl wir verschiedene Fans haben. Er ist der lustigere, ich der depressivere Charakter. Du kannst nicht immer mit Freunden touren, vor allem wenn du einen tollen Opening-Slot für große Künstler kriegst.

Es ist auch schön zu sehen, dass es im Musikbusiness noch Platz für echte Freundschaften gibt. Das hat nicht immer so den Anschein, weil Rivalitäten und Wettbewerbsdenken überhandnehmen.
Eine gewisse Rivalität gibt es auch bei uns, aber eben im positiven Sinne. Vielleicht ist Rivalität ein etwas zu hartes Wort, aber Josh war schon populär, bevor ich überhaupt begonnen hatte. Ich habe zu ihm aufgeschaut, weil ich das selbst so schaffen wollte und er hat mir anfangs immer sehr geholfen. Diese Freundschaft ist schon etwas Besonderes, aber es gibt immer wieder viel Bullshit in diesem Geschäft. Der Kuchen ist ziemlich klein und jeder tourt die ganze Zeit, weil du sonst kein Geld mehr machen kannst. Es geht leider nicht immer ohne Wettbewerb, aber man darf sich nicht zerfleischen.

Joshua Radin ist 44, aus Ohio und ein begnadeter Singer/Songwriter. Er studierte mit „Scrubs“-Hauptdarsteller Zach Braff und wurde quasi durch ihn in die Welt der Kunst gezogen. Der Spätberufene entdeckte erst mit 30 seine Liebe zur Musik, erfreute sich aber in Rekordzeit einer erhöhten Popularität. Seine Songs liefen in erfolgreichen US-Serien wie „Scrubs“, „One Tree Hill“, „Castle“ oder „Dr. House“. Braff bezeichnete ihn gar einmal als den „Paul Simon der Gegenwart“, was dem eher introvertierten Small-Talk-Hasser nicht unbedingt behagt. Mit Fitzsimmons verbindet ihn eine jahrelange Freundschaft, die auf privates Vertrauen und künstlerischen Respekt basiert. „Früher wohnte William mitten im Nirgendwo in Illinois. Ich war sechs Jahre in Chicago und habe trotzdem nie etwas von diesem Nest gehört“, lacht er im Gespräch mit der „Krone“, „im Prinzip ist er aber einer der lustigsten Typen, die ich kenne. Zudem liebe ich seine Musik über alles.“

Dein neues Album „Mission Bell“ unterliegt ja einer unglaublichen Geschichte. Du hast mit deinem damaligen Drummer schon ein ganzes Album eingespielt und deine Frau hat dir nach knapp zehn Ehejahren eröffnet, dass sie schon länger eine Affäre mit ihm hat und dich verlassen wird. Daraufhin hast du das Album natürlich in die Tonne gekippt und neu begonnen. Was ich beeindruckend finde ist, dass du nie nur ihr den schwarzen Peter zugeschoben hast, sondern in der Öffentlichkeit stets selbstkritisch über das pikante Thema gesprochen hast.
Ich danke dir, dass du das so siehst, das ist wirklich nett. Ich habe mir selbst oft überlegt, wie es möglich war, nicht sofort jeden zu töten. Wenn du mit so einer Situation konfrontiert wirst, musst du einfach ehrlich mit dir selbst sein. Die Fakten waren wirklich unglaublich hart und schmerzhaft und ich hätte gut sagen können, dass alle anderen Schuld sind und ich das Opfer wäre, aber das entspräche nicht der Wahrheit. Beziehungen sind schwierig und jeder baut Scheiße. Es geht dann immer darum, wer in welcher Situation schlimmer agierte und warum. Ich bin studierter Psychologe und jetzt Patient. Bei Beziehungsstreitereien und Problemen gibt es keine Gewinner. Jeder kann nur verlieren und du musst einen Kompromiss finden, mit dem beide möglichst gut leben können. Die Leute hören auf dem Album viele Positionen aus unterschiedlichen Ansichten. Meine „Ex-Frau“, wir sind noch nicht geschieden, wird das Album nicht lieben, aber ich hatte keine Wahl. Es war mein Recht, die Sache aus meiner Sicht so darzulegen.

Deine baldige Ex-Frau ist Schriftstellerin und wird irgendwann mit Sicherheit auch einmal darüber schreiben, was wahrscheinlich dann für dich ziemlich hart werden wird.
Absolut, dessen bin ich mir total bewusst. Sie sollte das auch tun, denn das ist genauso ihr Recht.

Als Kreativmensch hast du aber wenigstens die Möglichkeit, diese Wut und Trauer in Songs zu kanalisieren, anstatt irgendwo gleich ein ganzes Dorf niederbrennen zu wollen.
Du kannst dir alles von der Seele schreiben, das ist ein riesengroßes Geschenk. Ich wollte aus mir rauskommen und deshalb funktioniert eine Therapie. Ich musste alles auskotzen, damit ich wieder nach vorne schauen und mich besser verhalten konnte. Man muss einfach raus mit allem, denn sonst implodiert man irgendwann. Ich habe mit Freunden viel über Katharsis und die Hilfe von Musik dazu gesprochen. Ich finde, dass das etwas übertrieben gewertet wird, denn es kann zwei Dinge verursachen. Es gab Nächte, in denen ich auftrat und so selbstmitleidig und wütend auf jeden war, dass es auch für das Publikum keinen Spaß mehr machte. Ich habe diese Songs gesungen und fand keinen Frieden - sie machten mich nur noch trauriger und wütender. Die Attitüde muss passen und es ist nicht immer leicht, Trauer zu transportieren und gleichzeitig zu unterhalten. Andererseits ist Ehrlichkeit das Um und Auf. Wenn ich diese schmerzhaften Songs spiele und Leute sagen mir nach dem Konzert, die hätten geweint, weil sie so ergriffen gewesen wären, dann habe ich alle Ziele erreicht.

War es hilfreich all diese Probleme zu verarbeiten, da du ausgebildeter Psychologe bist?
Nein. Ich dachte immer, dass ohnehin alles okay wäre. Ich war der klassische Doktor, der sich sicher war, sich selbst helfen zu können. Ich war zu stolz, um Hilfe anzunehmen. Heute weiß ich nicht, wie ich auf diese dämliche Idee kam, denn ich therapierte früher selber Leute. Ich wollte meine eigenen Krankheiten nicht wahrhaben und musste da durch. Irgendwann kam der Zeitpunkt wo ich einsah, dass ich ein Haufen Chaos war und Hilfe benötigte. Das war noch härter einzusehen als die Horrorbotschaft an sich.

Auch Joshua Radin hat mit seinem Freund über die tragische Geschichte gesprochen. „Ich hasse Small Talk, maximal Sport ist da möglich, aber alles andere macht mich wahnsinnig. Ich respektiere William dafür, dass er dieses Album schrieb. Ich meine - wer öffnet sich dermaßen ehrlich, wenn er gerade eine bittere Scheidung durchlebt? Da kann man kein Album machen, auf dem man über bunte Regenbögen und süße Hündchen singt. Ich ziehe sehr viele Inspirationen aus seiner Musik. Am liebsten habe ich es, wenn er ganz alleine akustisch spielt, weil er nicht nur eine tolle Stimme, sondern auch ein großes Herz besitzt. Ich habe mir in meinem Leben schon viele Singer/Songwriter angesehen und merkte zunehmend, dass viel nur als Kalkül musizieren. William gehört da nicht dazu. Er trägt sein Herz außerhalb seiner Brust und das hörst und siehst du in jeder einzelnen Sekunde.“

Das Tolle an „Mission Bell“ ist, dass die Songs wirklich sehr gut sind. Das Schlechte ist, dass du sie daher wohl immer und immer wieder auf die Bühne bringen wirst müssen. Graut dir schon jetzt bei dem Gedanken an diese Zukunft?
Nicht so wirklich, denn ich will auch diese kreativen Momente nicht missen. Ein Song ist ein Geschenk und wenn er gut ist, musst du ihn umarmen, auch wenn er schmerzt. Als ich unlängst in Dresden auftrat kamen so junge Burschen zu mir und sie hatten ein mindestens zehn Jahre altes Shirt von mir an. Der eine Typ war damals maximal Zwölf oder so. (lacht) Jedenfalls sagten sie, so sehr sie die neuen Songs auch lieben, sie würden gerne mehr von den älteren hören. Das hat mich wieder daran erinnert, dass es diese Leute sind, die mir erlauben, meiner Arbeit nachgehen zu können und dass ich ihnen dienen muss. Ich gehe auch durch Phasen, wo ich manche Songs nicht spielen kann, sie bewusst wegsperre. Manchmal habe ich auch keine emotionale Verbindung mehr zu ihnen, oft fühlen sie sich live nicht mehr echt an, aber sie kommen irgendwann alle wieder zurück. Ich liebe es, zu spielen und mein Freund, Produzent und Gitarrist Adam Landry, der mit mir „Mission Bell“ schrieb, fand einen Weg, dass diese für mich so traurigen und harten Songs sich gut anfühlen. Er hat sie mit Gefühlen durchzogen und dafür bin ich ihm dankbar. Dank Adam kann ich mir diese Songs anhören und fühle mich am Ende des Albums trotzdem nicht erschlagen.

Gab es - nachdem du das eine bereits fertige Album in die Tonne geworfen hast - einen bestimmten Moment, wo du gewusst hast, du musst es jetzt wieder versuchen? Die Trauer überwinden und frisch ans Werk gehen?
Den gab es, ja. Anfangs war es wirklich schlimm. Für etwa drei Monate war ich nur besoffen und habe Kette geraucht. Ich habe nur darauf geachtet, dass es meinen Kindern gut geht, aber ich habe mich nicht um mich selbst gekümmert. Ich habe noch nicht einmal gebadet, ich war der klassische “Depressive Guy“. (lacht) Ich konnte keine Gitarre in die Hand nehmen und nicht einmal in den Keller gehen, wo mein Studio ist. Immerhin passierte dort alles, was mich so zerstörte - in meinem Studio, in meinem Keller, in meinem Haus. Mein Manager und die Plattenfirmenleute sind meine Freunde, was ungemein wichtig war. Sie ließen mich diese Phase durchstehen, weil sie mich verstanden. Es war für jeden hart und das investierte Geld war weg - da gab es nichts mehr zu drehen. Auch diese Leute müssen von etwas leben, aber sie ließen mir alle die Zeit, die ich brauchte. An einem bestimmten Punkt wachte ich auf und hatte das Gefühl, dass ich die Gitarre wieder in die Hand nehmen möchte. Von da an lief dann quasi alles von selbst. Ich habe begonnen, viel über das Thema zu reden. Meine Motivation war nicht Rache, aber etwas Ähnliches. Mir wurde etwas weggenommen, das ich mir zurückholen wollte. Als ich zu Adam nach Nashville ging, hatte ich keine Idee davon, was ich überhaupt wollte. Ich wollte einfach nur die Gitarre nehmen und Musik machen - ohne Zwang und ohne Orientierung. Das war aber auch cool. (lacht) Nachdem wir fertig waren hat er mir gesagt, dass er nicht mit mir gearbeitet hätte, wenn ich mein altes Material als Anhaltspunkt für das neue verwendet hätte. Er wusste selbst, dass alles komplett neu sein müsste, weil es sonst das falsche Gefühl transportiert hätte. Ich bin in meinem Umfeld mit tollen Menschen gesegnet und das hat mich zur Arbeit und Musik zurückgebracht.

Die Musik selbst kann ganze Gemütszustände in Sekundenschnelle verändern. Wie wichtig war dir die Musik in der harten Zeit nicht nur als Musiker selbst, sondern auch als Hörer und Fan?
Ungemein wichtig, ganz klar. Ich mache Musik auch deshalb, weil ich darin Qualität finde, die ich sonst nirgends verspüre. Trost fand ich ironischerweise vor allem in dem Album „Mental Illness“ von Aimee Mann. Sie gehört zu meinen absoluten Lieblingskünstlerinnen und bekam dafür einen Grammy. Es gab darauf Songs, die direkt in mein Herz stachen und es war schwer, sie zu hören. Würde ich Aimee irgendwann persönlich treffen, würde ich ihr wirklich für dieses Album danken, weil es mir ungemein half. Das klingt so anbiedernd, aber es ist ehrlich gemeint. Ich hatte dieses Album, meinen Therapeuten, Gott und meine Zigaretten - das war es auch schon. (lacht)

War es dir immer klar, dass du selbst auf dem Album so ehrlich sein würdest? Dich dem Publikum dermaßen klar öffnen würdest?
Das muss man ja leider, wenn man Singer/Songwriter ist. Meine Ex-Frau ist zudem Mutter von zwei Kindern, die wir haben, und sie erfüllt diese Rolle wirklich gut. Ich habe zwei kleine Töchter, die jetzt lieber Taylor Swift hören und mich langweilig finden, aber irgendwann werden sie dieses Album hören. Ich wollte niemals den Anschein erwecken, dass ich ihre Mutter nicht respektieren würde - das sollen sie niemals erleben. Sie ist eine großartige Mutter und die zwei sollen mit ihr eine Beziehung haben, in der ich nicht das Recht habe, Gift zu streuen. Ich habe nicht alles gesagt, was ich sagen wollte, aber ich war so offen wie möglich. Es gäbe noch einiges, das ich gerne losgeworden wäre und vielleicht gibt es irgendwann einmal eine Autobiografie. Ich glaube nicht daran, dass man alles rauslassen soll, denn ich bin nicht nur Künstler, sondern auch Vater. Jeder Mensch hat seine Fehler und macht Fehler, es hätte keinen Sinn, jetzt mit dem Hammer draufzuhauen. Man muss die Sache auch mal sein lassen. Ich habe einige harte Dinge gesagt, aber es ist reicht, um die Geschichte zu erzählen ohne allzu gemein zu sein. Das Feuer, dass du bei deinem Feind entzündest, verbrennt dich am Ende schlimmer als es ihn verbrennt. Ich würde bei so viel Wut nur mich selbst zerstören und das bringt keinem was.

Joshua Radin und William Fitzsimmons verbindet eine tiefgehende Freundschaft. Etwas, das weit über halbhumoriges Zotenreißen und „wie war dein Tag“-Atmosphäre hinausgeht. Sie können und wollen ehrlich zueinander sein - auch wenn das manchmal wehtut. „William und ich sind sehr unterschiedlich aufgewachsen und erzogen worden“, resümiert Radin, „ich bin heute nicht immer glücklich mit mir selbst, aber prinzpiell zufrieden. William aber hat eine Seite an sich, die komplett von Unsicherheit durchzogen ist. Wenn er sich im Spiegel betrachtet, bin ich mir nicht sicher, ob er mag was er sieht. Damit meine ich natürlich seine Seele und nicht sein Äußeres. Er wirkt oft einfach gebrochen und wenn du ihn im Alltag siehst, hast du das dringende Gefühl, ihm helfen zu wollen. Als Freunde sage ich ihm das offen ins Gesicht und er würde das auch nicht abstreiten. Möglicherweise sind seine Songs auch deshalb so gut. Er schreibt sich seinen Schmerz offen von der Seele. Uns eint vor allem eines - wir sind beide wie offene Bücher, haben einen sarkastischen Sinn für Humor und haben die Bereitschaft, uns verletzlich zu zeigen.

Ist es korrekt, dass du derzeit immer noch mit deiner Quasi-Ex-Frau unter einem Dach wohnst?
Ja, verrückt oder? (lacht) Ich bin mir nicht sicher, ob das reif oder dämlich ist. Ich will einfach nicht die Kinder zurücklassen, das ist der Hauptgrund. Wir versuchen das nun so zu lösen. In den letzten sechs bis acht Monaten haben wir uns darauf fokussiert, alles richtig zu machen. Wenn wir uns trennen, dann auch korrekt und auf bestmöglichem Wege. Ich bin ein Scheidungskind und meine erste Ehe habe ich damals verlassen, ohne Kinder verletzen zu müssen, weil sie noch nicht da waren. Dieses Mal würde eine klassische Trennung meine Kinder verletzen und das will ich verhindern. Wenn ich ihren Schmerz so gut wie möglich vermeiden kann, dann ist das okay. Wenn der Tag kommt, wo sie mich kritisieren und das Ganze hinterfragen, werde ich ihnen zuhören, mit ihnen reden und hoffen, dass sie mir vergeben werden.

Auf dem Album sind aber nicht nur persönliche Songs. „17 + Forever“ etwa dreht sich um Online-Mobbing. Du bist auch jemand, der seine Jugend noch fernab des Internets verbracht hat. Sorgst du dich dahingehend umso mehr um deine Töchter?
Ich sorge mich die ganze Zeit um meine Töchter. Meine älteste Tochter geht gerade in die erste Klasse und wenn ich sie morgens in der Schule abliefere, bin ich voller Unsicherheiten. 300 andere Kinder laufen dort herum und gibt es eines, das sie verarscht oder vielleicht körperlich attackiert? Das ängstigt mich gleichermaßen wie es mich wütend macht, weil ich es nicht direkt verhindern kann. Ich bin als Kind extrem gemobbt worden. Ich war wirklich nicht populär. Ich war in einer Band und kein College-Footballer, da war man nicht sonderlich beliebt bei den Coolen. Ich habe mit den Jahren gelernt, dass das Fitnesscenter zum Muskelaufbau und zur Rache nichts hilft. Du musst den Menschen zuhören und mit ihnen reden, denn erst dann kannst du diese aggressiven Kids ändern. Die meisten kommen doch selbst aus unglaublich prekären Verhältnissen und ich will meinen Kindern lehren, wie man vergibt. Meine Töchter sollen die sein, die zu dem Kind in der Kantine gehen, das ganz alleine isst. Liebe und Vergebung sind wirklich das A&O im Leben. Viele Kinder werden von ihren Vätern gehasst oder vernachlässigt, man kann verstehen, warum sie selbst so werden. Du kannst so viele Eltern verprügeln wie du willst, aber das wird die Spirale nicht stoppen. Die Menschen an sich sind oft einfach nur grausam.

Mit der Geschichte, die du auf „Mission Bell“ verarbeitest, bist du eigentlich das ideale Vorbild für Vergebung.
Danke, das ist sehr nett. Wenn mich meine Kinder jemals fragen werden, warum das passiert ist, dann will ich sagen können, dass ich alles probiert habe, was in meiner Macht stand, um alles so gut wie möglich enden zu lassen. Ein paar Jahre voller seelischer Schmerzen sind es wert, ihnen dafür später einmal mit Offenheit begegnen zu können. Ich liebe meinen Vater, aber er hat das nicht so beherzigt. Ich habe daraus gelernt, dass ich es anders machen will. Ich versuche alles in meiner Macht Stehende zu tun, damit meine Töchter trotz der Trennung das bestmögliche Leben haben können.

Robert Fröwein
Robert Fröwein

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