Mi, 17. Oktober 2018

Brasilien vor Umbruch?

08.10.2018 14:58

Rechtsextremer Bolsonaro als Favorit in Stichwahl

Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien hat der Rechtsaußen-Populist Jair Bolsonaro die erste Runde klar gewonnen und geht jetzt als Favorit in die Stichwahl. Der höchst umstrittene Politiker erzielte bei dem Urnengang am Sonntag 46,2 Prozent. Auf Platz zwei landete laut Wahlbehörde mit knapp 29 Prozent Linkskandidat Fernando Haddad von der Arbeiterpartei von Ex-Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva.

Der Ausgang der Wahl ist ein Triumph für Bolsonaro, der häufig als „Donald Trump Brasiliens“ bezeichnet wird. Umfragen hatten den 63-Jährigen zuletzt bei rund 36 Prozent gesehen - bei der Wahl erhielt er nun deutlich mehr Stimmen.

Absolute Mehrheit nur knapp verpasst
Zwischenzeitlich hatte es sogar so ausgesehen, als könnte der Ex-Offizier, der immer wieder mit rassistischen und sexistischen Äußerungen aufgefallen ist, im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erzielen. Damit wäre er direkt zum Präsidenten gewählt worden. Jetzt muss er am 28. Oktober in der Stichwahl gegen Haddad antreten.

Am Wahlabend sagte Bolsonaro, es habe „Probleme“ mit den elektronischen Wahlurnen gegeben - sonst wäre er jetzt schon zum Präsidenten gewählt worden. Er werde nun vom Obersten Wahlgericht „Lösungen“ verlangen. Anhänger des Rechtspopulisten versammelten sich am Abend vor dem Wahlgericht in der Hauptstadt Brasilia und schrien „Betrug, Betrug, Betrug!“

Kampf gegen Korruption und Kriminalität angekündigt
Der Ex-Offizier und Verteidiger der früheren Militärdiktatur (1964 bis 1985) hat für den Fall eines Wahlsiegs einen harten Kampf gegen Korruption und Kriminalität angekündigt und will die Waffengesetze lockern. Mit abfälligen Bemerkungen über Frauen, Homosexuelle und Schwarze polarisiert er die brasilianische Gesellschaft. Anfang September wurde er bei einer Messerattacke während eines Wahlkampfauftritts verletzt.

 krone.at
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