Vegan und mit Waffen:

Zwei Freundinnen erobern gemeinsam das Web

Lisa (33) und Gwen (34) haben nach einem Wochenende auf der Rax und vielen Fotos der gemeinsamen Zeit beim Abstieg beschlossen, zusammen ein Instagram-Profil zu starten. Seitdem lassen die beiden Freundinnen ihre Follower an sämtlichen ihrer Abenteuer teilhaben - und diese (Abonnenten und Abenteuer) werden immer mehr! Nach etwas über zwei Wochen der Online-Präsenz von „Fcking Fairies“ haben sie bereits über 400 Fans. „Wir sind sehr vielfältig, dadurch sprechen wir viele unterschiedliche Interessenfelder und somit viele Menschen an“, erklären sich die Wienerinnen ihren Erfolg. Die Themengebiete inkludieren dabei neben Wandern, Mittelalter- und Keltenfeste, vor allem auch Bundesheer und Militär sowie Waffen. Nicht unbedingt typisch für zwei junge Frauen.  

„Es ist definitv für viele Menschen ungewöhnlich junge, eher zart gebaute, vegane Frauen bei einem Bundesheer Event oder an einem Schießstand zu sehen.“ sind sich die beiden bewusst. Sie ergänzen: „Für viele unserer Freunde ist es sogar schwer verständlich. Wir haben lange Jahre in Yogaschulen und Meditationszentren verbracht, manche unserer Freunde sehen darin einen Interessenskonflikt. Wir hingegen haben uns beim Bundesheer Girlscamp sehr an Mediationsretreats erinnert gefühlt - wenn sich die Türen zur Außenwelt schließen, befindet man sich in einer Gruppe Gleichgesinnter, es gibt klare Regeln, Ordnung und Disziplin, Werte und Ideale, Praxis und Übung, ständige Wachsamkeit und Aufmerksamkeit sind dabei Ziel und Methode zugleich.“

Durch diese offenbare Kontroverse wollen sie vor allem aber auch Vorurteile abbauen, sowohl Frauen gegenüber, als auch dem Bundesheer und - „vielleicht auch Waffen gegenüber“. Die beiden zeigen sich selbstbewusst: „Wir möchten Frauenpower entwickeln und leben. Nach dem Motto „She can do both“ - wir sind sexy und bodenständig, verspielt und ernst, schutzbedürftig und kämpferisch, verletzlich und stark, ruheliebend und abenteuerlustig, vegan und schießbegeistert, Wir sind alles - wir sind Frauen. Und Frauen tragen ein Universum an Potential in sich.“

„Militär und Polizei sind definitv faszinierende Berufe“

Eine von beiden ist die Urenkelin eines bekannten Gewehrerfinders, der Vater der anderen war Pionier beim Bundesheer. Die militärische Welt ist ihnen entsprechend vertraut. Die beiden betonen auch: „Militär und Polizei sind definitv faszinierende Berufe“ und ergänzen: „Sie sind aber auch, vor allem im Fall der Polizei, mit immer größer werdenden täglichen Gefahren bzw Angriffen und immer kleiner werdendem Respekt verbunden. Diesen Herausforderungen muss man gewachsen sein. Von der mentalen Einstellung her wären wir das, körperlich wird es schon etwas schwieriger - wir sind beide eher zierlich gebaut.“

Als „Waffennarren“ würden sie sich selbst nicht bezeichnen. „Der Umgang mit Waffen erfordert Ausbildung, Konzentration, Fokus, Ruhe und Präzesion. Genau das sind Fähigkeiten, die wir durch unsere jahrelange Praxis in Yoga und Mediation hoch schätzen und trainieren. Gleichzeitig vermittelt die Fähigkeit mit Waffen umzugehen ein Gefühl von Kraft, von Empowerment. Gerade als Frau ist das sehr wohltuend. Wir lernen gerne, wir wollen uns weiterentfalten, wir lieben es, wenn jemand seine Fähigkeiten mit uns teilt, uns etwas beibringt. Wir sind neugierig und probieren Dinge aus, ohne uns dabei von Konventionen oder Dogmas einschränken zu lassen.“

Überzeugte Veganer

Auch ernährungstechnisch wäre es im Bundesheer auch eher schwierig - es gibt zwar schon in dem meisten Kasernen vegetarische Alternativen am Speiseplan und auch Offiziere, die sich für gesunde Ernährung der Truppe einsetzen - die beiden sind jedoch Veganer. Gwen seit 18 Jahren, Lisa seit drei Jahren. Vor allem, „weil es ein ganz einfacher, aber höchst wirksamer Weg ist, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, die Umwelt zu schützen und sinnloses Leid zu verhindern.“ Die Tierwirtschaft verschlinge Unmengen an Ressourcen, verschmutze die Umwelt, produziere mehr Treibhausgas-Emissionen als Verkehr und Industrie, gefährde die Artenvielfalt und sei für die rasant steigende Antibiotikaresistenzen verantwortlich. „Außerdem ist der Konsum von Tieren ethisch fragwürdig und ungesund. Die WHO hat verarbeitetes Fleisch als Karzinogen der Gruppe eins eingestuft, in dieser Gruppe sind auch Tabak und Asbest. Das muss man sich wirklich nicht antun. Wir leben in einem erste Welt Land mit genug veganen Optionen, wir können auch ohne Tierprodukte gesund und glücklich leben, also machen wir es einfach.“

Eigener Blog geplant

Die beiden Frauen sind ziemlich aktiv, entsprechend sind noch zahlreiche weitere Abenteuer zu erwarten. Kein Wunder, dass als nächstes auch ein eigener Blog geplant ist. 

Oktober 2018

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Julia Ichner
Julia Ichner

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