Mi, 24. Oktober 2018

Weltmeister

07.10.2018 08:00

Topfit im Alter: Mit 71 Jahren zum Titel

71 Jahre, Pensionist, Radfahrer, Weltmeister. So könnte man den Salzburger Gebhard Fritz beschreiben. Er würde es sicher in umgekehrter Reihenfolge aufzählen. Faszinierend sind seine Leistungen für viele. Er gehört in seiner Altersklasse zu einer der besten Radfahrer der Welt und will bis er 80 ist weitermachen.

Der Ötztaler Radmarathon in Tirol gilt als heiliger Gral der Hobbysportler auf zwei Rädern. Er ist knapp 250 Kilometer lang, führt von Sölden aus über vier Alpenpässe - Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch - mit 5500 Höhenmetern zurück in den Skiort. Schon viele jüngere haben sich an der Strecke die Zähne ausgebissen. „Vor zwei Jahren sagte man mir, dass das Rennen für mich nichts wäre. Zu hart“, sagt Gebhard Fritz. Heuer bewies er im September, dass man auch mit 71 Jahren eine derartige Herausforderung meistern kann. Dabei lief am Tag vieles schief. Schlechtes und kaltes Wetter waren zermürbend. Gleich zu Beginn wurde Fritz auch in einen Massensturz verwickelt. Trotz Schmerzen fuhr er bis zum Ende. 13 Stunden lang. „Die mentale Einstellung war entscheidend“, sagt der 71-Jährige.
Besonders in den letzten Jahren ging es steil bergauf und heuer folgte die Krönung. 5500 Kilometer wollte er bis zu seinem Saisonhöhepunkt in Tirol gefahren sein - nach Plan. Dann kam im August die Weltmeisterschaft für historische Räder in St. Johann in Tirol mit starker internationale Konkurrenz und er gewann in seiner Altersklasse. Und das mit klarem Vorsprung. „Und mit meinem Original-Rad aus Jugendzeiten.“ Insgesamt landete er bei Rennen in diesem Jahr 19 Mal auf dem Podium.

Den Radsport kennt Fritz schon aus Jugendtagen. Zwischen 1964 und 1974 ist er Lizenzrennen gefahren. „Und das ohne Training. Dazu hatte ich damals keine Zeit“, schildert der gebürtige Kärntner. Trotzdem zählte er zu den besten zehn Bergfahrern im Lande und auch bei Straßenrennen platzierte er sich in den Top 20. Danach kehrte Ruhe ein. Er arbeitete sich im Job empor, brachte es in der Finanzabteilung der Mercedes Generalvertretung bis in die obersten Etagen. Dann kam vor elf Jahren die Pension und die Liebe zum Rad kehrte zurück. „Als ich wieder Zeit hatte, wollte ich wissen, ob ich mit Training besser werden kann, als in meiner Jugend ohne Training“, erklärt er. Die Antwort: „Ja!“

Die körperliche Fitness bringt für Fritz viele Vorteile im Alltag: Eine bessere Konzentrationsfähigkeit, gute Reaktion die auch beim Autofahren hilft und es kompensiert Unsicherheiten durch das Alter. „Ich kann Radfahren oder Schwimmen nur jedem empfehlen.“

Felix Roittner
Felix Roittner

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