Di, 18. Dezember 2018

Adventsingen

06.10.2018 08:00

Von einer Gedenkfeier zum Publikumsmagneten

36. 000 Menschen aus aller Welt strömen jährlich zum Salzburger Adventsingen ins Große Festspielhaus. Im Vorjahr fand sich sogar ein Herr aus Neuseeland im Publikum. Doch was macht die 1946 von Tobias Reiser gegründete adventliche Zusammenkunft so erfolgreich? Und wie hat sich das Programm über die Jahre entwickelt? Hans Köhl, seit 2000 Chef der Adventsinger, erzählt es im Interview.

Das Salzburger Adventsingen ist das große Vorbild zahlreicher „Adventsingen“ im gesamten deutschsprachigen Raum. Was macht die Veranstaltung so einzigartig?

Das Salzburger Adventsingen ist das erste in dieser Charakteristik mit Hirtenspiel, alpenländischen Weisen und Liedern. Seit vielen Jahren fließt auch klassische Musik mit ein.

War das Programm in den Anfängen auch so vielfältig wie jetzt im Festspielhaus?

Nein, es war eine schlichte Gedenkfeier. Gründer Tobi Reiser hat musiziert, Familienangehörige haben gesungen und ihre Gedanken vorgetragen.

Wie ging es weiter?

Reiser hat gleich mal regionale Bräuche mit eingebunden, hat das Frauentragen und die Perchten in die Stadt gebracht. 1950 kam das Hirtenspiel hinzu, zwei Jahre später kam Karl Heinrich Waggerl mit seinen Lesungen ins Spiel. Er war die Stimme des Adventsingens.

Nach dem Tod von Tobi Reiser hat 1974 sein gleichnamiger Sohn das Amt übernommen. Auf welche Weise hat er das Adventsingen verändert?

Nach einigen Jahren des Suchens, wie es weiter gehen soll, hat er neue Wege gefunden. Er hat Bühnenbilder gebaut sowie Kostüme und Musik verändert, ähnlich, wie es heute noch der Fall ist.

Die Ära von Tobias Reiser jun. ging bis 1999. Dann sind Sie gekommen. Und mit Ihnen hat sich etwas geändert?

Ich habe mich bemüht, noch mehr Gegenwart mit einzubinden und die biblische Geschichte nicht nur vor 2000 Jahren geschehen lassen.

Eine biblische Geschichte auch für Besucher, die nicht dem katholischen Glauben angehören?

Wir sind vom tief katholischen Bezug weggekommen.

Es sehen sich sowohl Katholiken als auch Protestanten und Nicht-Christen die Aufführungen an. Die Friedensbotschaft gilt für alle Konfessionen.

Sandra Aigner
Sandra Aigner

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