Mo, 22. Oktober 2018

Schiefe Optik

05.10.2018 06:34

Geheimdeal: Steuermillionen für Krawallblatt

Möchtegern-Medienmogul Wolfgang Fellner sorgt wieder einmal mit seinen Ständern für Ärger. Im Streit zwischen der Mediengruppe Österreich und den Wiener Linien rund um die Zeitungsboxen kam es für alle überraschend zu einem Vergleich. Die Stadt schenkt dem Billig-Verleger mehrere Millionen an Steuergeld. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) muss bei der Renovierung seines Büros auf eine Goldader gestoßen sein.

Millionen-Regen für „Österreich“ (das ist das Krawallblatt, das Ihnen ungefragt vor den U-Bahnen nachgeworfen wird) und Wolfgang Fellner (das ist der, der Ihnen beim Durchzappen im TV irgendwo zwischen Teleshopping für Massagematten und der Kaminfeuer-Dauerschleife seine kleine Welt erklären will). Die Wiener Stadtregierung unter Michael Häupl hat den 63-jährigen Kanalbetreiber geflissentlich ignoriert, Michael Ludwig fährt offenbar einen anderen Kurs. Allerdings einen teuren.

Die Geschichte kurz erzählt: Die Tageszeitung „Heute“ hat - lange vor „Österreich“ - einen Vertrag mit den Wiener Linien über die Entnahmeboxen abgeschlossen. Fellners Futterneid veranlasste ihn vor zehn Jahren zu einer Klage, die bislang von chronischer Erfolglosigkeit geprägt war. Juristen waren sicher: Die Wiener Linien gewinnen den Prozess, ein Berliner Gutachter konnte keinen Nachteil für Fellner entdecken.

Mehrere Millionen Euro für Fellner?
Jetzt die Einigung. Obwohl nicht einmal Schadenersatz geltend gemacht wurde, wurde „Österreich“ mit Steuergeld gemästet. Von mehreren Millionen Euro ist die Rede. Nach einem Stillhalteabkommen schweigen alle Seiten zum Geheimdeal. Im Büro von Michael Ludwig gibt man sich ahnungslos. Die Summe wird, wie bei so einem Handel üblich, diskret behandelt.

Kronen Zeitung

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