04.10.2018 06:20 |

Ab Mitte November

Pucher Gefängnis wird neue Schule für Wachbeamte

Salzburg wird aller Voraussicht nach die vierte Außenstelle der Strafvollzugsakademie, bestätigt Oberst Dietmar Knebel, Chef der Justizanstalt in Puch.   Ein erster dreimonatiger Kurs - quasi der Probelauf -  startet Mitte November. Künftig werden Wachbeamte zu „Dienstführenden“ ausgebildet.

Dass das moderne Salzburger Gefängnis Wachbeamte aus- und fortbilden soll, war eigentlich von Beginn an vorgesehen. Deshalb wurden im Verwaltungstrakt der 2015 eröffneten Justizanstalt Räumlichkeiten geschaffen. Doch der Plan wurde kurzerhand auf Eis gelegt, die Räume anderweitig genutzt.

Infrastruktur ist schon da

Nun aber wird Salzburg gebraucht, wie JA-Chef Knebel auf Nachfrage der „Krone“ erzählt: „Diese Räume für die Ausbildung werden jetzt reaktiviert. Wir stecken derzeit mitten in den Vorbereitungen.“ Mit Mitte November soll der erste drei Monate andauernde Kurs abgehalten werden: „Wir werden eine Ausbildung für den mittleren Führungsbereich anbieten.“

Gemeint sind damit bereits ausgebildete Justizwachbeamte, die sechs Jahre Diensterfahrung in den Knochen haben und sich für höhere Positionen bewerben wollen: beispielsweise als Wachzimmer-Kommandant. 

20 Wachbeamte lernen in Salzburg

Zum ersten Kurs kommen 20 Beamte nach Salzburg: „Die werden von der Generaldirektion zugewiesen und können sich nach erfolgreich abgelegter Dienstprüfung für höhere Stellen bewerben“, schildert Knebel, der ebenfalls betont: „Wir werden nicht die Grundausbildung durchführen.“

Wer also im Häfn Wache halten will, muss nach wie vor zuerst die Strafvollzugsakademie in Wien besuchen. Für die spezielle Weiterbildung gibt es pro Turnus insgesamt 160 Ausbildungsplätze.    Diese wurde bisher - neben Wien - in den drei Außenstellen durchgeführt: in den Justizanstalten Graz, Stein und in Linz. Nun dürfte eben Salzburg als vierter Standort dazukommen - insbesondere für jene Justizwachbeamte, die in Westösterreich eingesetzt werden. Noch braucht das Pucher Gefängnis kein zusätzliches Lehrpersonal: „Lehrbeauftragte rekrutieren wir intern und teils in Kooperation mit Richtern des Landesgerichtes und Bewährungshelfern.“

Gespräche für dauerhafte Einrichtung

Sollte das Salzburger Gefangenenhaus dauerhaft für Schulungszwecke genutzt werden, „wird man über eine Personalaufstockung reden müssen“, so der Leiter.  Derzeit gäbe es auch Gespräche mit der Generaldirektion.

106 Mitarbeiter sind zurzeit in der Justizanstalt Puch tätig - davon sind 84 Wachbeamte.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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