Gewerkschaft sagt:

Immer mehr Gewalt gegen Staatsdiener

Respekt war einmal. Immer öfter sind öffentlich Bedienstete Opfer von verbalen und sogar körperlichen Übergriffen. Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) veranstaltete deshalb in Linz ein Forum mit dem bekannten Kriminalpsychologen Thomas Müller, erklärt GÖD-Landesvorsitzender Peter Csar.

„Krone“: Die GÖD sagt, dass sich die Übergriffe auf öffentliche Bedienstete häufen. Warum ist das eigentlich so?
Peter Csar: Der Respekt vor Autoritäten wird immer weniger. Wir bemerken das in allen Eskalationsstufen, von Beschimpfungen bis hin zu körperlichen Schäden. Und zwar nicht nur bei der Polizei und der Justizwache, sondern auch bei den Lehrern und sogar in der Landesverwaltung. Das geht schon bei Kleinigkeiten los, die in der Verwaltung üblich sind, wie Führerscheinabnahmen. Dabei denkt man sich als Beamter die Maßnahmen ja nicht selber aus, sondern muss schlicht die Gesetze vollziehen.

„Krone“: Können Sie uns ein paar Bespiele für Übergriffe nennen.
Csar: Schlimm war zum Beispiel eine Demonstration der Wettlokal-Mafia vor dem Haus eines Referenten der BH Vöcklabruck. Der Kollege hat zwei Kinder, die sich deswegen sehr gefürchtet haben. Da wurden die Rechtsvorschriften für Demonstrationen bis aufs Äußerte strapaziert. Es gab viele weitere Anträge, aber keine Wiederholung mehr.

„Krone“: So etwas ist aber doch sicher eine Ausnahme.
Csar: Wie man’s nimmt. Im Landesdienstleistungszentrum gab es einen Fall, da wurde ein Bearbeiter, der einen Antrag abgewiesen hat, von dem Sozialhilfeempfänger gestalkt. Dieser hat ihn tagtäglich abgepasst und am Weg zum Bahnhof angepöbelt und beschimpft. Im LDZ gab es heuer ja sogar eine Messerattacke. Da werden Grenzen überschritten.

Interview: Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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