Freileitungstechniker

Ein Job unter Starkstrom in bis zu 80 Metern Höhe

Strom ist selbstverständlich. Ohne Strom funktioniert in einer Wohnung nicht einmal das Licht. Dafür, dass es zu keine Ausfällen kommt, sorgen die Freileitungstechniker der Wiener Netze. 50 schwindelfreie Mitarbeiter warten unter anderem Gitter- und Niederspannungsmasten in unglaublichen Höhen von bis zu 80 Metern. City4U hat die Herren auf ihrem Trainingsplatz in Simmering besucht und sich auch in das Klettergeschirr geworfen.

„Ein Freileitungstechniker serviciert die Stromleitungen, die für die Stromversorgung der Haushalte zuständig ist. Wir warten, tauschen und beheben Störungen“, erklärt Abteilungsleiter Gerald Kugler. Früher lautete die Bezeichnung Starkstromtechniker, was vermutlich weniger irreführend ist. Zwei Millionen Zähler, sprich Haushalte, fallen in das Gebiet der Freileitungstechniker von den Wiener Netzen. „Wir haben eine 99,99-prozentige Versorgungssicherheit, das ist die Spitze in Europa“, betont Kugler.

Die Arbeit ist nicht ungefährlich. „Die Höhe und die Absturzgefahr sind sicherlich ein Risikofaktor. Wir geben jedoch viel Geld für Sicherheitskleidung aus und haben regelmäßige Abseilkurse“, stellt Kugler klar. „Angst sollte man nicht haben, denn die ist dein größter Gegner. Respekt vor der Höhe und dem Strom ist jedoch wichtig. Wenn man etwas falsch macht, gibt es keine zweite Chance und man hat ja nicht nur die Verantwortung für sich, sondern auch für seine Kollegen.“

Pro Einsatz ist man mindestens zu zweit unterwegs. Im Durchschnitt sind es vier bis fünf Arbeiter. Einsätze zur Störungsbehebung kommen das ganze Jahr über und richten sich nicht nach schönem Wetter. „Wir versuchen natürlich die Störung so schnell wie möglich zu beheben, auch bei Wind und Regen. Lediglich bei Blitzeis und Gewitter wird aufgehört. Die Sicherheit steht an erster Stelle“, weiß der Freileitungstechniker. Wird ein Masten repariert, werden die Arbeiten in teilweise spannungslosen Zustand durchgeführt. Da man den Strom jedoch nicht komplett ausschalten kann, fließt er in einer Leitung weiter. Damit der Arbeiter in Gedanken denn spannungslosen nicht mit den geladenen verwechselt, werden Schweißbänder in gelb und rot auf der jeweiligen Hand getragen. Zusätzlich werden oben und unten am Mast ebenfalls Sticker in den gleichen Farben angebracht. Ein falscher Griff kann bei 110.000 Volt sofort tödlich sein.

„Wenn man jedoch da oben ist und immer die schöne Aussicht genießen kann, dann weiß man, wieso man das macht“, sagt Kugler. City4U-Redakteurin Julia Ichner will es ebenfalls herausfinden. Das Klettergeschirr wird angezogen und gemeinsam mit Lehrling Justin geht es zuerst auf den Niederspannungsmasten aus Holz in acht Metern Höhe. Mithilfe von Steigeisen ist macht sie sich auf den Weg nach oben und seufzt schon in der Mitte: „Ganz schön anstrengend!“ Für den Aufstieg ist eine Menge Kraft erforderlich. Eine entsprechende körperliche Verfassung entsprechend Pflicht. Auch für den anschließenden Aufstieg auf den 30 Meter hohen Strommast. Fazit der Redakteurin: „Der Ausblick ist wirklich sensationell, das Gefühl wenn man oben auf dem Mast sitzt etwas ganz Besonderes. Kann man jedoch nicht nur die Aussicht genießen, sondern muss mit der schweren Montur dann auch entsprechende Arbeiten versehen und das, auch wenn das Wetter vielleicht gerade nicht passt, ist es ein sicherlich unglaublich anstrengender Job. Ich habe höchsten Respekt vor der Tätigkeit der Jungs!“

September 2018

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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