14.09.2018 13:36 |

Mehr Treffsicherheit

Sachleistung statt Geld: Sozialcard-Reform in Graz

12.700 Grazer Sozialcard-Bezieher müssen sich enorm umstellen: Künftig gibt es keine Geldleistungen mehr, sondern Sachleistungen. Diese können per Gutschein in Anspruch genommen werden. Die Umstellung startet mit der Weihnachtsbeihilfe. Der Energiekostenzuschuss und das Schulgeld werden nächstes Jahr umgestellt.

1,4 Millionen Euro schüttet die Stadt Graz jährlich an Bezieher der Sozialcard aus - als freiwillige soziale Leistung. Die Sozialcard erhalten alle Grazer, die von der GIS-Gebühr befreit sind (weniger als rund 1000 Euro Einkommen im Monat).

Bislang wurden die einzelnen Sozialleistungen (Weihnachtsbeihilfe, Schulstartgeld, Engergiekostenzuschuss) aufs Konto überwiesen. Damit ist jetzt Schluss.

Kein Alkohol und keine Zigaretten mehr erlaubt
VP-Sozialstadtrat Kurt Hohensinner: „Wir wollen treffsicher helfen. Leider gab es immer wieder Fälle, da die Sozialleistungen nicht ihrem Zweck entsprechend verwendet wurden, die Weihnachtsbeihilfe etwa für Alkohol ausgegeben wurde. Wir sorgen jetzt dafür, dass das Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird, nämlich bei den Familien und den Kindern.“

Bezieher werden künftig Gutscheine erhalten - die 50 Euro Weihnachtsbeihilfe (insgesamt nimmt die Stadt dafür jährlich knapp 600.000 Euro in die Hand) in Form von Fünf-Euro-Gutscheinen. Die können in Geschäften in Graz (Lebensmittelhandel, Bekleidungsgeschäfte usw.) eingelöst werden. Die Liste mit den Geschäften (noch in Ausarbeitung) wird den Beziehern mit den Gutscheinen zugesandt. Alkohol oder Zigaretten können damit nicht gekauft werden -  dafür sorgt eine bestimmte Farbe der Bons, die in den Geschäften erkannt wird. Die Gutscheine sollen von ihrem Design her völlig neutral sein.

„Es wird kein Cent weniger ausbezahlt“
FP-Klubobmann Armin Sippel: „Schwarz-Blau in Graz legt ein klares Bekenntnis zu Sozialleistungen ab. Wer Hilfe braucht, wird diese bekommen. Aber wir wollen mehr Treffsicherheit erreichen.“

2019 wird auch die Schulbeihilfe (50 Euro pro Kind) auf Sachleistung umgestellt - mit den Gutscheinen können dann nur Schulsachen gekauft werden.

Hohensinner stellt klar: „Es wird kein Cent weniger ausbezahlt als bisher!“

Anmeldung online und persönlich
Die Anmeldung (Mindestpensionisten sind ausgenommen, erhalten die Hilfe automatisch) für den Weihnachtszuschuss startet heuer am 1. November (bis 16. November). Beantragt werden kann der Zuschuss online (www.graz.at) und persönlich in den Servcestellen der Stadt Graz.

Gerald Richter
Gerald Richter
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