Gut gemeint?

Pullover beleidigt übergewichtige Frauen

„Being fat is not beautiful, it‘s an excuse“ prangt in großen Lettern auf dem Pullover, den ein schlankes Model trägt. „Fett zu sein, ist nicht schön, sondern eine Ausrede“ - mit diesem Spruch wollte das US-Modelabel LPA eigentlich ein Statement gegen Bodyshaming setzen. Das ging jedoch wenig überraschend nach hinten los und zog einen derartigen Shitstorm nach sich, dass die ganze Kollektion nun nicht in den Verkauf geht.

Das Übergrößen-Model Tess Holliday ist seit ihrem Covershooting für die amerikanische Cosmopolitan in aller Munde. Die Meinungen, ob eine stark übergewichtige Frau das richtige Zeichen, oder genauso schlecht wie stark untergewichtige Models ist, gingen weit auseinander. Die Diskussionen katapultierten Holliday über Nacht in den Himmel der Stars und Bodyshaming-Aktivisten. Als sie schließlich den neuen Pullover von LPA im Online-Handel entdeckte, machte sie ihrem Ärger via Twitter Luft und zahlreiche Follower schlossen sich ihr an.

Doch LPA wollte dicke Menschen nicht beleidigen, sondern mit dem neuen Pullover genau das Gegenteil erreichen: Es wollte zeigen, unter welchen Sprüchen und Beleidigungen übergewichtige Frauen zu leiden haben. Denn der Satz auf dem Kleidungsstück ist ein Zitat. Darunter steht (leider zu klein und kaum leserlich) „as told to @palomija“ - „so wie es zu @palomija gesagt wurde“. LPA hatte anscheinend eine gute Absicht, doch das ging leider trotzdem nach hinten los.

Laut LPA sei die Kollektion in Zusammenarbeit mit fünf Frauen entstanden, um zu zeigen, wie schlimm Cyber Bullying sei - mit den schlimmsten Zitaten von Trollen. Der Pullover ging unabsichtlich zu früh online, weswegen der Kontext fehlte. Letztendlich entschied sich das Label nun dazu, die ganze Kollektion abzusagen.

# Auch Wiener Blogger verärgert

Nicht nur im Rest der Welt ging die Aktion nach hinten los - auch in Wien gab es negative Reaktionen. Die Bloggerin Leonie-Rachelzeigte sich in ihrer Instagram-Story schockiert. Einige Beiträge veröffentlichte sie mit persönlichen Statements zu der Aktion von „Revolve“, die wohl gut gemeint war, allerdings viel zu missverständlich in die Welt getragen wurde.

Ich finde, dass es prinzipiell gut ist, auf Cyber Mobbing hinzuweisen - aber die Umsetzung der Kampagne ist leider komplett nach hinten los gegangen. Wenn eine Person mit so einem Pullover herumgehen würde, würde man sich im ersten Moment sicher Feinde machen. Der Beisatz ist einfach nicht ersichtlich genug! Was ich auch nicht gut finde, ist, dass man immer mit einem negativen Image auf etwas hinweisen muss“, so die Wiener Bloggerin.

Die Message dahinter sollte wohl besser nicht ganz so klein transportiert werden - immerhin geben Sprüche wie diesen Gemeinheiten noch mehr Plattform.  Besonders in den sozialen Netzwerken besteht die Gefahr, von wildfremden Menschen verurteilt oder gar gemobbt zu werden. 

September 2018

Was meint ihr dazu? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Viktoria Graf
Viktoria Graf

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mehr