31.08.2018 14:31 |

Analyse nach Rücktritt

Grazer Grüne: Der Kampf ums politische Überleben

Nach dem Rücktritt der grünen Grazer Frontfrau Tina Wirnsberger ist vor der Frage, wie es mit der einstigen Vize-Bürgermeister-Partei nun weitergehen soll. Es geht jedenfalls ums politische Überleben. Die Grazer Grünen finden aktuell praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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Wie berichtet tritt die Chefin der Grazer Grünen, Umweltstadträtin Tina Wirnsberger, ab. Wirnsberger, so heißt es offiziell, müsse sich einer Operation unterziehen, es bestehe aber kein Grund zu ernsthafter Sorge. Sie bleibt noch bis Ende des Jahres im Amt.

Fußstapfen einige Nummern zu groß
Gesundheitlich wünscht man Wirnsberger das Beste - politisch betrachtet muss man sagen: Die Fußstapfen ihrer streitbaren Vorgängerin Lisa Rücker waren Wirnsberger nicht bloß eine Nummer zu groß. Von prägender Regierungsverantwortung - Rücker war Vize-Bürgermeisterin unter Schwarz-Grün - ist die aktuelle Truppe Lichtjahre entfernt.

Parteiintern wurde das Murren über Wirnsberger in den letzten Monaten  lauter. Immer mehr teilten die Sorge, dass sie nicht die Richtige wäre, um der kriselnden Partei neues Leben einzuhauchen.

Am Scheideweg
Die Grünen stehen am Scheideweg - österreichweit und in Graz. Aus dem Nationalrat sind sie schon geflogen. Bei der  Graz-Wahl 2017 hat man gerade  so den Stadtratssitz behauptet: 10,5 Prozent hatte man als viertstärkste Partei, die SP als Fünfte kam auf 10.

Die Relevanz der Grünen in Graz wird stark davon abhängen, wer Wirnsberger nachfolgt. Wollen die Grünen weiter linke Orchideen-Themen bedienen - oder rückt man in die Mitte?

Karl Dreisiebner, als Klubobmann der Grazer Grünen rangmäßig eigentlich Ansprechpartner Nummer eins, spielt wohl keine Rolle bei der Nachfolge.

Übrigens: Nach eigenem Bekunden hatte Dreisiebner keine Ahnung vom Wirnsberger-Rücktritt - noch als der längst beschlossen war. Dreisiebner scheint bei wichtigen Entscheidungen also außen vor. Die andere Möglichkeit: Der Klubobmann hat nicht die Wahrheit gesagt. Beides prädestiniert ihn nicht als Stadtrat.

Heißester Nachfolge-Tipp
Der heißeste Nachfolge-Tipp ist Judith Schwentner. Die Ex-Nationalratsabgeordnete werkt derzeit bei der Caritas. Es soll sie vehement wieder in die Politik ziehen.

Schwentner ist lange im Polit-Geschäft gewesen, und nachdem die Grünen mit der Quereinsteigerin Wirnsberger nicht vom Fleck gekommen sind, werden sie nun wohl auf Erfahrung setzen.

Wie auch immer: Die Grazer Grünen finden aktuell praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der neue Chef oder die neue Chefin steht vor einer Herkulesaufgabe, die über Sein oder Nichtsein der Grazer Grünen entscheiden wird.

Gerald Richter
Gerald Richter
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