Sa, 22. September 2018

Forscher erstaunt

27.08.2018 13:34

DNA-Test enthüllt: Wikinger-Krieger war eine Frau

Ein tapferer, wohlhabender Wikingerkrieger hat sich mehr als tausend Jahre nach seinem Tod als eine Frau herausgestellt - das fanden Wissenschaftler nach einer DNA-Analyse der Knochen heraus. Diese Erkenntnis wirft ein neues Licht auf das kriegerische Volk von Seefahrern: Muss man etwa die Geschlechterrollen der gefürchteten Wikinger überdenken?

Die Ergebnisse der DNA-Untersuchung wurden im „American Journal of Physical Anthropology“ veröffentlicht und sorgten für Staunen: Denn ausgerechnet der „Krieger von Birka“, dem in südöstlichen Schweden ein prachtvolles Grab errichtet wurde, soll eine Frau gewesen sein.

„Komplette Ausrüstung eines professionellen Kriegers“ ins Grab gelegt
Die letzte Ruhestätte in Bika ist laut dem Magazin besonders gut ausgestattet und vollständig erhalten. Es sei „prominent auf einer erhöhten Terrasse zwischen der Stadt und einem Hügel gelegen“ und mit allerlei Grabbeigaben ausgestattet: darunter ein Schwert, eine Axt, ein Speer, Pfeile, eine Stute und ein Hengst - „also die komplette Ausrüstung eines professionellen Kriegers“, erklären die Forscher. Aufgrund dieser posthumen Geschenke wurde angenommen, es handle sich um einen männlichen Krieger.

Die Archälogin Anna Kjellström war die Erste, die den Verdacht hatte, dass hier ein Irrtum vorlag: Die Knochenreste ließen eher auf eine Frau schließen. Man schenkte ihrer Erkenntnis aber kaum Aufmerksamkeit - andere Wissenschaftler gingen eher davon aus, dass Knochen falsch beschriftet wurden, als die Ausgrabungen vor mehr als hundert Jahren durchgeführt wurden. Das konnte nun ausgeschlossen werden: Es wurde auch untersucht, ob alle Knochen von derselben Person stammen - und das tun sie.

Die Kriegerin dürfte eine hohe militärische Position innegehabt haben: „Auf ihrem Schoß befanden sich Spielsteine“, erklärt die Archäologin Charlotte Hedenstierna-Jonson, die die DNA-Untersuchung leitete. „Das lässt darauf schließen, dass sie die Anführerin und diejenige war, die die Taktiken plante“, so die Forscherin.

 krone.at
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