Di, 18. September 2018

Suche nach Wurzeln

26.08.2018 20:40

Dunkles Familiengeheimnis nach 64 Jahren gelöst

Dass er als Baby adoptiert wurde, war bislang alles, was der heute 64 Jahre alte US-Amerikaner Steve Dennis über seine Vergangenheit wusste. Nicht mehr und auch nicht weniger. Und für Steve war es bislang auch so in Ordnung - bis seine beiden Töchter ihn dazu ermutigten, Nachforschungen anzustellen. Doch auf welch trauriges Geheimnis der 64-Jährige im Zuge der Recherchen über seine tatsächliche Herkunft stoßen sollte, damit hätte wohl keiner gerechnet …

Für Steve Dennis war es lange Zeit nicht wichtig, Näheres über seine Herkunft und seine Wurzeln zu erfahren. Lediglich bekannt war ihm, dass er von einem Ehepaar aus dem US-Bundesstaat Arizona bald nach seiner Geburt adoptiert worden war. Es sollten seine beiden Töchter im Alter von 14 und 18 Jahren sein, die den 64-Jährigen regelrecht dazu drängten, endlich nach seiner leiblichen Familie zu suchen - und tatsächlich führten ihn ein DNA-Test sowie Nachforschungen schließlich zu Verwandten, die Licht in die dunkle Vergangenheit bringen sollten. Ein Brief seines Cousins ersten Grades sollte Dennis‘ Welt für immer verändern.

Das Baby in der Telefonzelle
Denn tatsächlich hatte Steve Dennis als Säugling bereits für Schlagzeilen in der Kleinstadt Lancaster im US-Bundesstaat Ohio gesorgt und es als sogenanntes Telefonzellen-Baby in die „Lancaster Eagle-Gazette“ geschafft.
Er (Dennis‘ Cousin ersten Grades, Anm.) schrieb mir eine E-Mail, in der stand: ,Ich glaube, ich weiß, wer deine Mutter ist. Wir haben im Laufe unseres Lebens immer wieder von einem Baby gehört, mit dem wir verwandt waren und das in einer Telefonzelle zurückgelassen worden war‘“, wie der 64-Jährige nun gegenüber dem Blatt erklärte.

Und wie es der Zufall, oder auch das Schicksal, wollte, handelte es sich bei dem im Jahr 1954 ausgesetzten Säugling tatsächlich um den heute 64-Jährigen. Zwei Lieferanten hatten das Baby damals in der Telefonzelle entdeckt, Hinweise auf die Mutter oder die Herkunft des Säuglings waren damals nicht gefunden worden. Ein Paar aus Arizona adoptierte das Findelkind schließlich und zog mit ihm nach Phoenix.

Ab diesem Zeitpunkt ließ die Recherchearbeit rund um seine Vergangenheit den 64-Jährigen nicht mehr los, er bekam bei seinen Nachforschungen auch tatkräftige Unterstützung seitens einer Halbschwester. Und Steve Dennis gelang es schlussendlich, die Wahrheit und vor allem auch die überaus traurigen Hintergründe seiner Adoption endlich zu ergründen.

Die traurigen Hintergründe
Im Alter von 18 Jahren hatte seine Mutter ihn damals zur Welt gebracht, doch Glück und Freude über die Geburt des Kindes sollte es nicht geben. Vielmehr stellte sein leiblicher Vater die Mutter vor eine unfassbare Entscheidung: Entweder verschwindet der Säugling oder er werde sie nicht heiraten - für die damals 18-Jährige natürlich ein unfassbares Ultimatum, doch letztlich sollte sie sich tatsächlich für den Mann und nicht für ihr Kind entscheiden. 
Der Säugling wurde in der Telefonzelle ausgesetzt.

Die Beziehung des Paares war dennoch zum Scheitern verurteilt: Der leibliche Vater des 64-Jährigen ließ die junge Frau sitzen und machte sich aus dem Staub.

Ein Schritt ist noch zu tun
Am Ende des Weges ist Steve Dennis allerdings noch nicht angekommen, denn einen Schritt gibt es noch für ihn zu tun. Wie das Blatt herausfinden konnte, lebt die leibliche Mutter des heute 64-Jährigen noch und wohnt an der Ostküste in Baltimore - und Dennis will sie nun endlich kennenlernen …

 krone.at
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