30.04.2004 15:28 |

Mit Bier ausgelöst

Der Zugspitzen-Maibaum ist wieder da!

Der per Hubschrauber von der Zugspitze entführte Maibaum kann wie geplant am 1. Mai auf Deutschlands höchstem Berg aufgestellt werden. Gemäß bayerischem Brauchtum habe man sich mit den Baumdieben auf eine Auslöse von 150 Brotzeiten und 100 Halben Bier geeinigt, teilte eine Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn mit. Auch die Kosten für den Rücktransport des Baumes am Freitag - ebenfalls per Helikopter - müssten nicht von den Baumdieben bezahlt werden.
Die Einigung sei durch Vermittlung von LuitpoldPrinz von Bayern zu Stande gekommen, hieß es. Der Nachkommedes einstigen bayerischen Königshauses Wittelsbach und Chefder Brauerei Kaltenberg hatte den Zugspitzen-Maibaum gestiftet.Er und die Zugspitzbahn übernehmen je die Hälfte derAuslöse für die "Entführer".
 
Beim Maibaum handelt es sich um das begehrtesteStück des Freistaates. Kein Geringerer als Prinz Luitpoldvon Bayern, der neben der königlichen Brautradition (SchlossbrauereiKaltenberg) auch die Maibaum-Tradition pflegt und fortführt,hat das Prachtstück gespendet.
 
Zur Vorgeschichte:
Der Maibaum war in der vorigen Woche mit einem Hubschrauberauf den mit 2962 Metern höchsten Berg Deutschlands gebrachtworden. Der 20 Meter hohe und rund 800 Kilogramm schwere Baumsollte am 1. Mai auf dem Zugspitzplatt in 2600 Meter Höheaufgestellt werden. Doch dann wurde der Baum entführt.
 
Die Forderungen der Diebe
Nach altem bayerischem Brauch wird ein Maibaum mitFreibier und einer Brotzeit ausgelöst. Die Diebe wolltenjedoch anfangs mehr: zehn Saisonkarten sowie einen Winter kostenloseVerpflegung im Selbstbedienungsrestaurant! Offensichtlich konnteman sich schließlich aber doch auf die übliche Ablöseeinigen.
 
TV-Team hatte Hände mit im Spiel
Die Diebe des Zugspitz-Maibaums haben den Coup zusammenmit einem Fernsehteam des TV-Senders "Arte" gelandet. An den Kostenfür den Hubschrauber hat sich das TV-Team nach eigenen Angabenbeteiligt. "Zuerst wollten wir den Diebstahl nur spielen", sagteProduktionsleiter Hartmut Wagner am Donnerstag, der im Auftragdes Kultursenders "Arte" eine Dokumentation über die Zugspitzeund deren Stammgäste dreht. Nachdem die Zugspitzbahn dasabgelehnt hatte, sei das Team am Dienstag mit einer Gruppe vonStammgästen des Zugspitzrestaurants auf den 2962 Meter hohenBerg gefahren. "Es war purer Zufall, dass wir den im Schnee eingegrabenenBaum nach langem Suchen gefunden haben", sagte Wagner.
 
Höchste Sicherheitsvorkehrungen
Obwohl der Baum seit Tagen bewacht wurde, schiendas Versteck in der Pistenraupengarage am Zugspitzplatt zu unsicherzu werden. Man beobachtete "seltsame Aktivitäten" um dasGebäude herum und beschloss daher, den Baum kurzerhand zuvergraben. Schnell war nach Liftschluss ein etwa einen Meter tiefesLoch in den Schnee gegraben und der Baum darin versenkt. Mit derPistenraupe wurden sogar alle Spuren verwischt, bevor sich dieBewacher beruhigt zu Tal begaben.
 
Doch es half alles nichts, mit Lawinensonden ausgerüstethatten sich vier Herren zuerst auf der Zugspitze versteckt, umdann nach Dienstschluss der Bergbahn auf die Suche zu gehen.
 
In der Pistenraupen Garage war er nicht, aber nacheiner Stunde war der Baum mit Hilfe der Sonden dann doch entdeckt.Da konnte der bereits vorher gecharterte Helikopter gerufen werden,um den Baum noch kurz vor Sonnenuntergang abzuholen.
 
Wahrlich filmreif
Die Doku-Soap "Zugspitze - Dem Himmel so nah" wirdim Herbst auf "Arte" ausgestrahlt. Wird darin auch der "Maibaum-Klau"vorkommen?
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