Di, 23. Oktober 2018

Vor Gericht:

07.08.2018 17:30

Mit Hepatitis C infizierter Mann biss Mithäftling

Trotz seiner hoch ansteckenden Krankheit biss sich ein 25-Jähriger Ungar in einer Klinik in Graz selbst und spuckte dann um sich. Auch in Haft ging er auf einen Mitinsassen los, der aber selbst HIV-positiv war. Wegen dieser Vorfälle musste sich der schwer Drogenabhängige vor dem Straflandesgericht Graz verantworten.

Die Handschellen bleiben diesmal oben - zu groß ist die Gefahr, dass sich der Ungar (25) erneut beißt und somit auch andere gefährdet. Er ist nämlich an Hepatitis C - einer gefährlichen und ansteckenden Entzündung der Leber - erkrankt.

„Alles genommen, was ich in die Finger bekommen habe“
Seit seinem sechsten Lebensjahr ist er entweder mit Medikamenten oder Drogen vollgepumpt, was ihm immer wieder Aufenthalte in Anstalten und auch Gefängnissen beschert hat. „Ich habe alles genommen, was ich in die Finger bekommen habe“, erzählt er bei Richterin Julia Riffl.

In einer Grazer Nervenklinik soll er sich gebissen und mehrere Pfleger mit seinem Blut-Speichel-Gemisch angespuckt haben. "Daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich habe Tom und Jerry geschaut, und plötzlich sind die beiden aus dem Fernseher gesprungen. Ich wusste aber, dass ich halluziniere.“

Im Gefängnis zugebissen
Wenige Wochen später soll der 25-jährige, mehrfach Vorbestrafte, erneut zugebissen haben. Diesmal einen Mitinsassen in der Karlau, der mit seiner Pädophilie geprahlt haben soll. Blöd nur: Der Gebissene ist selber HIV-positiv!

Gerichtsgutachter Manfred Walzl attestiert dem Mann eine Persönlichkeitsstörung mit Borderline. Die Richterin verurteilt ihn schließlich zu zwei Jahren bedingter Haft inklusive Einweisung in eine spezielle Anstalt. Nicht rechtskräftig!

Monika Krisper und Cornelia Knabl, Kronen Zeitung

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