Di, 23. Oktober 2018

Hälfte der Ernte weg

07.08.2018 05:30

Die Hitze setzt den Flachgauer Bauern extrem zu

Das andauernde Schönwetter fordert erste „Opfer“:  Die Hitzewelle beschert den Bauern im nordöstlichen Flachgau herbe Ernteausfälle. Teils von bis zu 50 Prozent und mehr! Die Preise für Futtermittel sind stark gestiegen. Landesrat Josef Schwaiger plant aber derzeit keine Finanzspritze für die hitzegeplagten Bauern.

Maria Sams, Holzmannbäuerin, aus dem beschaulichen Wertheim - das zur Gemeinde Neumarkt gehört - steht am Rand einer ihrer Felder. Mit strengem Blick überprüft die Landwirtin besorgt eine Wiese ihrer 23 Hektar Land, mit dem sie ihre 26 Milchkühe versorgt: „Es ist teils einfach verbrennt, mir erbarmt die Wiese - wir hatten beim zweiten Schnitt Ernteeinbußen von rund einem Drittel“, sagt Sams betroffen.

Und damit ist sie in diesem Rekord-Sommer nicht allein, wie Johann Schmid, Leiter der Abteilung „Ländlicher Raum“ in der Landwirtschaftskammer, berichtet: „Im Flachgau ist es seit dem Frühjahr sehr trocken. Dadurch, dass nun auch im Sommer die Niederschläge bei dieser Hitze ausblieben, betragen die Ernteausfälle bis zu 50 Prozent.“

Und das treffe die Bauern schwer, sagt Reinhard Kreiseder von der Bezirksbauernkammer: „Die Hitze führt dazu, dass die Bauern nicht genug Futter vorbereiten können. Gleichzeitig aber auch Futtermittel - die für den Winter bestimmt sind - schon jetzt verfüttert werden, weil zu wenig wächst.“

Wie viele Flachgauer Bauern betroffen sind, könne man zahlenmäßig nicht festlegen - zu unterschiedlich sei die regionale Wetterlage. Aber: Speziell der nordöstliche Flachgau ist betroffen, wie beispielsweise auch Lamprechtshausen.

Auch Sams trifft das schwer: „Wir hoffen, dass es bald regnet und wir mit dem dritten Schnitt noch ein wenig aufholen können. Sonst müssen wir Vieh weggeben, oder auch Futter zukaufen -  allein Heu ist heuer um 30 Prozent teurer geworden.“ Das Land plane derzeit keine Finanzspritze für die Bauern, heißt es von Agrar-Landesrat Schwaiger, aber man beobachte die Lage weiter sehr genau.

Verena Seebacher
Verena Seebacher

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