So, 19. August 2018

Ausstellung:

07.08.2018 06:35

Bühne frei für die Eitelkeit

„2C for Art“: Heiner Meyer hält mit künstlerischer Brillanz der Glamour-Society den Spiegel vor

ass der Blick fürs Wesentliche in einer von Macht, Gier und Sehnsüchten getriebenen Welt zunehmend verloren geht, führt uns Heiner Meyer „schonungslos“ vor Augen. Der deutsche Künstler schlägt die oberflächliche Gesellschaft nämlich mit ihren eigenen Waffen und reflektiert in seinem Schaffen ihre heiß begehrten Luxusgüter und die knallbunte Glamourwelt. Sei es ein Ferrari, ein lasziv geöffneter Frauenmund, ein Eames Chair, eine Kelly Bag, schlanke Beine in Glitzer-Highheels oder Nobelmarken wie Prada, Gucci und Louis Vuitton, die als Pillen eine junge Frau umringen und ihr zumindest kurzweilig Glücksmomente bringen.

„Wir nehmen in Zeiten von Internet und Smartphone unsere Umgebung gar nicht mehr wahr, kommunizieren nur noch über WhatsApp oder SMS anstatt ein persönliches Gespräch zu führen, geschweige denn, dass wir kapieren, dass unser Glücksgefühl limitiert ist. Der Moment, in dem ich das erste Mal den Schlüssel im Zündschloss meines ersten Autos umgedreht habe, ist einmalig und wird auch, mit noch so vielen Nobelkarossen vor der Haustüre, niemals wiederkehren. Aber wer sich stetig an der Oberfläche bewegt, und das Wesen der Dinge nicht ergründet, wird dies wohl nie erkennen“, so Meyer, der uns aber in keinster Weise belehren möchte, sondern lediglich mit einem Augenzwinkern den Spiegel vor hält.

Er schafft mit malerischer Brillanz eine Bühne der Begehrlichkeiten, die eine Hommage an die Eitelkeiten unserer Welt ist. Diese Glorifizierung des Dream of Life bringt uns einerseits zum schmunzeln, entführt uns aber gleichzeitig in eine surreale Welt, die zum Träumen anregt.

Die „Great Minnie“, die er neben seinen Bildern in der Galerie „2C for Art“ präsentiert, weckt sogar Kindheitserinnerungen und wird wiederum zum Objekt der Begierde. „Die erste Comic-Figur, der ich mir widmete, war Dagobert Duck. Ich habe ihn damals nach der Einführung des Euros stilecht aus geschroteten Fünf-Mark-Münzen gestaltet“, erzählt der Künstler.

Mittlerweile ist der „Geldsack“ natürlich längst vergriffen, aber keine Sorge, der Schaulauf der Reichen und Schönen, an dem derzeit in der Mozartstadt kein Weg vorbeiführt, wird Meyer bestimmt zu neuen Arbeiten, natürlich gespickt mit einer gehörigen Portion Ironie und Gesellschaftskritik, animieren.

Tina Laske
Tina Laske

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