Skurriler Job

Elvis bis Marley: Der Mann mit den 1000 Stimmen

Michael Jäger nennt sich „Der Mann mit den tausend Stimmen“. Von Bob Marley über Elvis und Ray Charles bis zu Axl Rose - alle kann er imitieren. Bei einem Konzert von ihm glaubt man, es stünde bei jedem Song ein anderer Künstler auf der Bühne. Seine Show ist stets ein großer Erfolg, in Wien hat er bereits einen eigenen Fanclub. Obwohl alles nur zufällig entstanden ist.

Seit 25 Jahren steht Michael Jäger bereits auf der Bühne. Begonnen hat er als Teenager in verschiedenen Rockbands. „Da ist es halt so, dass 50 Prozent der Songs, die man in einer Band singt, gefallen einem gut. Die anderen 50 Prozent sind ein Kompromiss. Die muss ich als Solokünstler jetzt natürlich nicht mehr eingehen“, sagt er im City4U-Interview. Doch damals bei einer Probe stimmte er zum Spaß „Shake your tailfeather“ von Ray Charles an. „Das war das erste Lied, bei dem andere bemerkt haben, dass ich so klinge wie das Original. Anfangs habe ich das nur aus Spaß gemacht. Irgendwann sind jedoch immer mehr Stimmen dazu gekommen und dann habe ich es zu meinem Programm gemacht.“

Etwa 1000 Songs hat er in seinem Repertoire und um die 50 Stimmen kann er imitieren. Grönemeyer, Joe Cocker, Karel Gott, Robbie Williams, Michael Jackson und so viele mehr. Auf seiner Homepage kann man ihn für private und öffentliche Auftritte buchen. „Zum Erlernen war sicherlich Freddy Mercury am schwierigsten. Ich würde mir jedoch nie sagen, dass ich so singen kann wie er. Das wäre ja anmaßend. Es ist mehr eine Hommage“, zeigt er sich bescheiden. Früher gab es laut Jäger mehr markante Stimmen als heute. Trotzdem hört er nicht auf, sich mehr Stimmen anzueignen. „Zuhause in meinem Studio übe ich gerade Pavarotti. Aber das traue ich mich noch nicht auf der Bühne“, schmunzelt er.

Neue Songs lernt er immer in seinem Home-Studio ein, indem er den Gesang aufnimmt und ihn anschließend anhört und beurteilt. „Ich bin kein Fan davon, Freunde und Familie zu fragen, wie ihnen etwas Neues gefällt, denn jeder hat einen anderen Geschmack.“ Das Publikum ist aber fast immer zufrieden mit seiner Show. „In Wien ist es einfach, die Leute mitzureißen. Die sind immer ein super Publikum“, sagt der gebürtige Wöllersdorfer. Man müsse immer auf die Leute eingehen und die richtige Stimmung einfangen. Er habe zwar eine ungefähre Setliste, viele Songs würde er aber auch on stage entscheiden. „Was immer gut geht ist Austropop. Vor allem Seiler und Speer und AC/DC bringt die Leute zum Kochen. Und natürlich ,Biene Maja‘“, weiß Jäger.

Um die verschiedenen Sänger noch mehr zu untermauern, hat er auch immer das passende Outfit parat. Die langen Haare und das rote Bandana bei Axl Rose, die Dreadlocks bei Bob Marley, der Hüftschwung bei Elvis und die Joe Cocker-Bewegungen. Die Reaktionen des Publikums seien für ihn immer der größte Lohn. „Das größte Kompliment für mich ist, wenn jemand sagt: ,Wenn ich die Augen schließe, glaube ich wirklich, dass Ray Charles singt‘“, sagt der hauptberufliche Bürokaufmann. Manchmal tue er sich fast schwer, seine eigene Singstimme wiederzufinden. Das wundert einen nicht, wenn man ihn schon einmal „We are the world“ singen gehört hat: Wenn man dabei die Augen schließt, glaubt man wirklich, dass Michael Jackson, Tina Turner, Lionel Richie, Bruce Springsteen und Bob Dylan singen würden - obwohl es nur „Der Mann mit den tausend Stimmen“ ist.

August 2018

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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