Mi, 22. August 2018

Galerie Frey:

26.07.2018 07:00

Ein glücklicher Blick zurück

Anselm Glück stöbert für seine Malerei im Kasten seiner Großeltern und entdeckt dabei so manches

Bei Anselm Glück ist der Name scheinbar Programm. Der Linzer ist nämlich gleich mit mehreren Talenten gesegnet. Zum einen ist er Schriftsteller, der mit seinen frei vorgetragenen „Poetik-Performences“ insbesondere in den 1980ern für Aufsehen sorgte. Andererseits widmet er sich aber auch mit großer Leidenschaft der Malerei, und lässt dabei kindlich anmutende Phantasie-Wesen aufeinandertreffen.

Letzteres kann man nun während des Festspielsommers in der Galerie Frey in Augenschein nehmen. Wie bei seiner Literatur verfolgt er aber auch hier keinen vorgefertigten Plan, vielmehr vollzieht sich der Akt des Schöpferischen im Augenblick des Malens.

Glück grundiert zunächst die weiße Leinwand mit verschiedensten Farben, die dann nach und nach von seinen charakteristischen Figuren „wie es das Bild will“ bevölkert wird. Anschließend wird eine transparenten Acrylschicht aufgetragen, die den Figuren erst ihre endgültige Form verleiht.

„Ich beginne das Bild, indem ich achtlos Farbe und Striche auf die Leinwand werfe. Wenn es voll ist, schaue ich hinein und entdeckte, wie damals in meiner Kindheit im Kasten meiner Großeltern die verschiedensten Dinge, die ich dann zu umranden beginne“, beschreibt Glück sein Schaffen ganz „kinderleicht“.

„Für diese wunderbar “kindliche Welt„, in der man auf E.T., Außerirdische oder ägyptische Figuren trifft, hat der Künstler ein eigenes Vokabular geschaffen, das sofort erkennbar ist“, fügte Carl Aigner vom Landesmuseum Niederösterreich in seiner Laudatio Dienstagabend bei der Vernissage im Nonntal hinzu.

Diese war trotz derzeitigem Kultur-Marathon bestens besucht. Klar, wer möchte sich denn nicht ab und an in eine „Wunderwelt“ flüchten.

Dem Schreiben hat Glück im übrigen schon seit einigen Jahren den Rücken gekehrt. „Ich hatte von 1981 bis 1986 meine Hochblüte, danach wurde das Schreiben mechanisch, also habe ich es sein lassen!“

Seine Buchtitel, wie jetzt „Schatten abtasten- zweiter Veruch“, nimmt er aber nach wie vor gerne für seine Ausstellungen her.

Tina Laske
Tina Laske

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