Di, 11. Dezember 2018

Schnöll packt aus

24.07.2018 06:30

„Miese Intrige um ein völlig kaputtes Auto!“

„Es ist eine miese Intrige um ein völlig kaputtes Auto!“ So charakterisiert der Ex-Branddirektor Eduard Schnöll die Polit-Affäre um ein gespendetes Fahrzeug. Die Politik, alle Spitzen-Beamten, der Auto-Referent des Wirtschaftshofs und die Feuerwehr-Firma Rosenbauer waren durch genaue Aktenvermerke informiert.

Eduard Schnöll, Diplomingenieur und Sachverständiger im Kfz-Wesen, führte in der Prüfstelle des Landes 15 Jahre lang genaueste Kontrollen von tausenden Fahrzeugen durch (siehe Lebenslauf auf dieser Seite).

Als Branddirektor der Berufsfeuerwehr stand er im Jahr 2010 vor einem großen Problem:

  •  Ein Tanklöschfahrzeug, der 28 Jahre alte Mercedes, sollte wegen Überalterung ausscheiden.
  •  Zu diesem Zeitpunkt gab ein 21 Jahre altes Tanklöschfahrzeug seinen Geist auf: Bei der technischen Überprüfung durch das Land stellten die Techniker beim Steyr einen Rahmen-und Federnbruch, eine defekte Bremse und  Rostschäden fest. Der Wagen war vom Pech verfolgt: Schon vor Schnölls Amtszeit musste die komplette Bremsanlage getauscht werden.
  •  Die Entscheidung war klar: Der Mercedes bleibt  im Dienst, das kaputte Einsatzfahrzeug scheidet aus.

Die Mängelliste ging an alle Dienststellen

Die schriftliche Information über den Total-Ausfall des Autos erging an alle Dienststellen: Bürgermeister und Finanzreferent Schaden, Ressort-Chef Preuner, Magistratsdirektor Bachmaier, Amtsvorstand Fuchs und den Referenten für Kraftfahrzeuge des Magistrats im Wirtschaftshof.

Selbstverständlich bot Schnöll den Wagen auch der international tätigen Feuerwehr-Firma Rosenberger in Leonding bei Linz an: „Da legen wir kein Gebot!“ war die schriftliche Antwort. Nicht einmal fürs Museum.

Auch die Anfragen bei der Freiwilligen Feuerwehr brachten das gleiche Ergebnis: FF-Stadt und FF-Land hatten „kein Interesse.“

Da meldete sich ein Salzburger, der Kontakte zu einer griechischen Feuerwehr hatte,  der bei den Waldbrand-Katastrophen Einsatzmittel fehlten.

Der Vorschlag kam zum Finanzreferenten der Stadt und die Abwägung „Verschrotten oder Weitergeben“ wurde in einer Besprechung diskutiert und in einem Amtsvermerk festgehalten: Im Herbst wurde das Feuerwehrauto in der Zentrale Jägermüllerstraße feierlich dem griechischen Bürgermeister übergeben, private Sponsoren bezahlten  Überstellung und  Fähre.

Einige Touristen schickten Schnöll Bilder aus dem Urlaub: Sie hatten den Wagen mit den Salzburger Aufschriften in Griechenland gesehen. Das Fahrzeug sollte für die Brandbekämpfung im Gebiet zwischen zwei Gemeinden eingesetzt werden.

Eduard Schnöll: „Selbstverständlich haben wir vor der Übergabe die für uns wichtigen Teile und Geräte aus dem Auto abmontiert.“ Schnöll: „Fahrzeuge von Berufsfeuerwehren in der Stadt sind starken Belastungen ausgesetzt: Sie fahren  nur wenige Kilometer, legen aber einen Kaltstart und viele Notbremsungen hin.“

Heute wird Schnöll von der Kriminalpolizei (Betrugsdezernat) einvernommen: Strafsache gegen DI Preuner u.a. Seine Meinung: „Eine miese Intrige um ein  völlig  kaputtes Auto.“

Hans Peter Hasenöhrl

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