Mi, 14. November 2018

Kein Missbrauch

20.07.2018 06:00

Babymord: Justiz hält Ex-Diplomat für schuldlos

Im Glauben, ihre Tochter (4) sei vom Opa missbraucht worden, tötete eine Wienerin im Jänner ihren acht Monate alten Sohn. Jetzt wurde das Verfahren gegen den früheren Botschafter eingestellt.

Diese Familientragödie hat ganz Österreich erschüttert: Am 3. Jänner erstickte eine 37-Jährige im SMZ Ost in Wien ihren kleinen Buben, versuchte, das Mädchen zu erwürgen - und wollte sich danach mit Scherben einer Glasflasche die Pulsadern aufschneiden. Die Frau war mit ihren Kindern in das Spital geflüchtet, nachdem sie - wie sie später der Kripo zu Protokoll gab - von „fürchterlichen Übergriffen“ ihres Schwiegervaters auf die Tochter erfahren habe.

Nach einem Weihnachtsessen bei den Großeltern habe ihr die Vierjährige berichtet, dass „der Opa sie mit einer Art Stab zu sexuellen Handlungen genötigt und dabei gefilmt hat“.

Der 69-Jährige - ein Ex-Diplomat - kam in Untersuchungshaft. Stets beteuerte er seine Schuldlosigkeit. Jetzt wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt, sämtliche Ermittlungsergebnisse sprechen gegen seine Täterschaft.

Frau gilt als unzurechnungsfähig
Auf keinem der in seiner Wohnung sichergestellten möglichen Tatwerkzeuge wurden DNA-Spuren des angeblichen Opfers gefunden, gynäkologische Untersuchen brachten kein belastendes Resultat. Es existieren keine Videos, die einen Missbrauch dokumentieren würden. Und bei Vernehmungen seiner Enkelin ergaben sich Hinweise darauf, dass sie von ihrer Mutter suggestiv befragt wurde.

Wie mittlerweile ein gerichtspsychiatrisches Gutachten belegt, litt die Frau zum Zeitpunkt ihres Verbrechens an schweren Wahnvorstellungen. Sie gilt somit als unzurechnungsfähig. Schon seit Langem dürfte sie seelisch krank sein. Wiederholt soll sie ihrem Ehemann und Freunden berichtet haben, dass sie als kleines Mädchen von Verwandten für sexuelle Dienste an Freier verkauft worden sei. In ihrem Umfeld wurden diese Erzählungen für wahr gehalten, schließlich galt die Wienerin bis zu ihrer fürchterlichen Tat als besonders fürsorgliche Mutter.

„Er wusste, dass Beweise für ihn sprechen“
Sie ist nun in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher untergebracht.
Wie der Ex-Diplomat seinen „Freispruch“ aufnahm? „Er wusste immer“, so sein Anwalt Rudolf Mayer, „dass letztlich alle Beweise für ihn sprechen werden. Aber der Tod seines geliebten Enkelsohns ist für ihn kaum verkraftbar.“

Martina Prewein, Kronen Zeitung

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