Di, 18. September 2018

Maggies Kolumne

13.07.2018 12:20

Geld für Tierwohl

Es ist ein Thema, das immer wieder und weltweit unter Experten diskutiert wird. Es wird intensiv geforscht und dennoch hat man bis dato keine kostengünstige und auch probate Lösung gefunden. Es geht um die Kastration bei männlichen Ferkeln.

Diese muss innerhalb der ersten Lebenstage durchgeführt werden, um den penetranten Ebergeruch, der sich im Laufe des Wachstums entwickelt, im Fleisch zu vermeiden. Das ist Wunsch der Konsumenten/innen. Denn niemand will ein Schnitzel auf dem Teller haben, das nach Schweinestall riecht. Immer wieder gehen die Wogen hoch, wenn darüber berichtet wird, dass diese Eingriff ohne Narkose durchgeführt wird. Aber dennoch wird im Supermarkt vorrangig zu billigen Fleisch gegriffen und kaum jemand will für den Sonntagsbraten tief in die Tasche greifen müssen. Da ist den Konsumenten/innen das eigene Geld näher als das Tierwohl!

Die Bio-Branche im Einzelhandel hat nun auf betreiben von Andreas Steidl von Ja! Natürlich einen Schulterschluss besiegelt! Per sofort werden Ferkel ausschließlich von Tierärzten und mit Narkose kastriert! Ein absolut segensreicher Durchbruch. Besonders lobenswert ist, dass die Landwirte vom Handel auch mehr Geld erhalten, und dieser Mehraufwand abgegolten wird. Für alle anderen Schweine, und das sind immerhin der Großteil von 98 Prozent, gilt dies noch nicht. Und es wird auch erst dann möglich sein, wenn wir Konsumenten bereit sind, für Tierwohl mehr Geld auszugeben. Nur Mitleid mit den Ferkeln zu haben und auf die Bauern zu schimpfen, verändert nichts. Aber wenn wir unseren Konsum überdenken, könnte sich einiges verändern.

Maggie Entenfellner, Kronen Zeitung

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