So, 22. Juli 2018

Ökostrom-Ausbau

28.06.2018 05:30

150 neue Kraftwerke geplant

Befeuert von der neuen Klima- und Energiestrategie des Bundes plant die Wasserkraft-Lobby einen massiven Ausbau. Vor allem in Kärnten sei das Potenzial für neue Kleinkraftwerke groß: Bis 2030 könnten 100 bis 150 neue Anlagen entstehen, so der Plan. Naturschützer fürchten um unsere letzten unberührten Flussjuwele.

Mit 350 Klein-Wasserkraftwerken leisten die Betreiber einen großen Beitrag zur Ökostromproduktion in Kärnten - 240.000 Haushalte werden mit grüner Energie versorgt. Massive Ausbaupläne der Kleinwasserkraft-Lobby lassen jetzt aber Naturschützer Alarm schlagen. Um den steigenden Bedarf an (Öko-)Strom zu decken, sind Modernisierungen und 100 bis 150 neue Kleinwasserkraftwerke entlang der Kärntner Flüsse geplant - bis 2030. So groß wird das Potenzial unter Berücksichtigung von Naturschutz, Geologie, Wasserrecht eingeschätzt.

Für den WWF ist die „naturverträgliche Obergrenze“ bei der Wasserkraft in Österreich allerdings erreicht. Die Naturschützer fürchten die Zerstörung von unersetzbaren Fluss-Ökosystemen. „Unter dem Deckmantel der Energiewende wird der Ausverkauf der letzten intakten Flüsse vorangetrieben“, kritisiert Bettina Urbanek vom WWF.

Kritik, die Kleinwasserkraft-Bundesgeschäftsführer Paul Ablinger nicht gelten lässt. Von 33.000 Querbauten in Österreichs Flüssen seien nur 5000 Wasserkraftwerke, heißt es. „Was die Ökologie betrifft, gibt es sehr strenge Auflagen“, so der Kleinwasserkraft-Vertreter. Ein Ausbau sei nur möglich, wenn Rahmenbedingungen passten, heißt es. Das Spannungsfeld zwischen Natur- und Klimaschutz sorgt für heftige Diskussionen.

Thomas Leitner
Thomas Leitner

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