27.06.2018 06:03 |

Strafen für Touristen

Italien greift gegen die fliegenden Händler durch

Schattenwirtschaft an Italiens Sonnenstränden: Mit hohen Strafen und Kontrollen wollen die Behörden den illegalen Handel zwischen den Liegestühlen verbannen. Wie berichtet, werden jetzt auch Touristen bestraft, die von fliegenden Händlern kaufen. Die Meinungen über dieses restriktive Vorgehen gehen aber auseinander.

Bislang sind alle Versuche der Behörden gescheitert, die Händler von den Stränden fernzuhalten. „In Lignano haben wir acht Kilometer Strand. Gibt es Kontrollen, warnen einander die Verkäufer über Handys“, weiß Luca Fanotto, Bürgermeister der Adria-Metropole. Auch eine Überwachung mit Drohnen - wie man es in Jesolo versucht hatte - hat keinen Erfolg gebracht.

Mit einem Totalverbot wollen die Behörden den illegalen Handel mit gefälschten Sonnenbrillen und Handtaschen sowie diverse Dienstleistungen doch noch in den Griff bekommen. Und zwar, indem sie den Verkäufern die Kunden nehmen: Die Strafen richten sich jetzt gegen die Touristen. Hinweistafeln und Flugblätter warnen davor, sich am Strand massieren, tätowieren, die Haare flechten und frisieren zu lassen. Strafmaß: 100 bis 7000 Euro.

Wie berichtet, wurden bereits Touristen in Jesolo mit 500 Euro Bußgeld belegt. Nach dem „Krone“-Artikel ist eine hitzige Debatte über die Verbote entbrannt. Der Tenor der Dutzenden Kommentare im Internet: Viele Italien-Urlauber fühlen sich von den Verkäufern genervt und unterstützen die Kontrollen. Anstatt Urlauber zu belangen, sollte man aber härter gegen Verkäufer und Hintermänner vorgehen.

Für andere hingegen gehören die Händler, die ihre Handtücher feilbieten, zu einem Adria-Urlaub wie die Pizza und ein „gelato“.

Thomas Leitner
Thomas Leitner

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