Di, 11. Dezember 2018

Jetzt wartet Russland

25.06.2018 20:58

Nur 2:2 gegen Marokko: Videobeweis rettet Spanien!

Eines ist nach dem Auftritt Spaniens im abschließenden Gruppenspiel klar: Gibt‘s bei den Iberern keine gewaltige Steigerung, wird es wohl nichts mit dem erhofften WM-Titel! Die Selecciòn zitterte sich Montagsabend gegen die bereits zuvor ausgeschiedenen Marokkaner zu einem mageren 2:2-Unentschieden. Der Ausgleich des eingewechselten Iago Aspas in der 91. Minute bewahrte den Weltmeister von 2010 vor einer Riesen-Blamage. Kurios: Der Schiri-Assistent gab den Treffer zunächst wegen einer vermeintlichen Abseitsposition nicht. Erst per Videobeweis wurde der Hauptschiedsrichter überstimmt. Trotz des Remis sicherte sich Spanien durch das gleichzeitige 1:1 von Portugal gegen Iran knapp den Gruppensieg. Im Achtelfinale wartet nun Gastgeber Russland.

Spanien ist damit schon 23 Partien ungeschlagen, um eine Fortsetzung dieser Serie geht es am Sonntag (16 Uhr) in Moskau gegen Russland. Den zweiten Gruppenplatz belegte Portugal. Der Europameister erreichte in der parallel stattfindenden Partie gegen den Iran ein 1:1 und spielt nun in der Runde der letzten 16 Teams am Samstag in Sotschi (20 Uhr) gegen Uruguay. Marokko kann nach zuvor knappen Niederlagen gegen den Iran und Portugal erhobenen Hauptes die Heimreise antreten.

Spanien mit Fehlstart
Anders als in den bisherigen beiden WM-Spielen der Spanier gegen Portugal (3:3) und Iran (1:0) stand Bayern-Profi Thiago erstmals in der Startelf. Den Fehlstart seiner Mannschaft konnte jedoch auch er nicht verhindern. Die Freude der Nordafrikaner über diesen Coup währte jedoch nur fünf Minuten. Spielmacher Iniesta, künftiger Mitstreiter von Lukas Podolski beim japanischen Club Vissel Kobe, legte im Strafraum gefühlvoll für Isco auf. Diese Chance ließ sich der Champions-League-Sieger von Real Madrid nicht nehmen und traf aus sechs Metern ins Netz.

Freche Marokkaner verlangen Spaniern alles ab
Die Kontrolle über die Partie hatten die Spanier damit jedoch noch immer nicht zurück. So verhinderte Schlussmann de Gea in höchster Not den möglichen zweiten Treffer von Boutaib (25.). Bei aller Dominanz tat sich der Weltmeister von 2010 bis zur Pause beim Herausspielen von Torchancen weiter schwer. Gegen die gut organisierten Marokkaner, die sich mit einer ansprechenden Leistung von der WM-Bühne verabschieden wollten und überraschend ohne den ehemaligen Münchner Medhi Benatia in die Partie gestartet waren, mangelte es vor allem beim letzten Pass an Präzision.

Spanische Startruppe blieb wirkungslos
Auch nach Wiederanpfiff mühten sich die Spanier zunächst vergeblich, die marokkanische Defensive ins Wanken zu bringen. Selbst Diego Costa, der im bisherigen Turnierverlauf immerhin schon drei Treffer erzielt hatte, blieb nahezu wirkungslos. Stattdessen leistete sich das Team von Coach Fernando Hierro bedenkliche Fehler in der Abwehr. Nur mit viel Glück entgingen die Spanier bei einem Lattenschuss von Nordin Amrabat (55.) einem erneuten Rückstand. Für die Spanier wurde die Partie mehr und mehr zu einem Geduldsspiel. Nur Isco war bei einem Kopfball in der 62. Minute dem Siegtreffer nahe. Doch der auf der Linie postierte Abwehrspieler Romain Saiss klärte. In der hektischen Schlussphase sorgte der Kopfball von En-Nesyri (81.) für die Führung der Marokkaner. Doch Aspas glich in der Nachspielzeit aus. Carvajal flankte von rechts in die Mitte, Aspas vollendete technisch überragend mit der Ferse zum 2:2. 

Stimmen zum Spiel: 
Fernando Hierro (Spanien-Teamchef):
„Ich habe schon gestern gesagt, dass es ein hartes Match werden wird und Marokko alles geben wird. Sie haben eine starke Mannschaft, die bei den beiden 0:1-Niederlagen zuvor mehr verdient gehabt hätte. Diese ausgeglichene Gruppe war sehr schwierig für uns, trotzdem haben wir mit etwas Glück den Gruppensieg geholt. Wir müssen jetzt weiter positiv denken. Natürlich können wir uns steigern, es gibt Sachen an denen wir definitiv arbeiten müssen. Fünf Gegentore in drei Spielen sind nicht das, was ich mir vorstelle.“

Herve Renard (Marokko-Teamchef): „Wir haben gelitten, wie jedes Team, das gegen Spanien antreten muss, weil ihr Team aus einem Mix aus Spielern von Real Madrid und dem FC Barcelona besteht. Ich glaube aber, dass meine Spieler, das gesamte Team, gelobt werden sollte für dieses Spiel und die gesamte WM. Wir hätten uns in einigen Spielen bessere Resultate verdient gehabt. Aber wir haben gezeigt, dass wir es mit zwei der besten Teams der Welt, Spanien und Portugal, aufnehmen können und haben Marokko gut vertreten.“

Isco (Spanien-Offensivspieler/„Man of the match“): „Insgesamt bin ich zufrieden. Ich bin glücklich, dass wir Gruppensieger geworden sind, was unser Ziel war. Jetzt ist die Stunde der Wahrheit und ich habe volles Vertrauen in die Mannschaft. Wir haben aber jetzt noch nichts gewonnen und es war auch ein sehr hartes Match. Vielleicht waren wir nicht voll fokussiert von Beginn an und möglicherweise hatten wir etwas Probleme, das Spiel zu kontrollieren in Ballbesitz. Normalerweise gelingt uns dies besser.“

Gruppe B: Spanien - Marokko 2:2 (1:1). Tore: Isco (19), Aspas (91.) bzw. Boutaib (14.), En-Nesyri (81.)
Kaliningrad, Kaliningrad-Stadion, SR Irmatov (UZB).

Spanien: De Gea - Carvajal, Pique, Ramos, Alba - Busquets, Thiago (74. Asensio) - Silva (84. Rodrigo), Iniesta, Isco - Diego Costa (74. Aspas)

Marokko: El Kajoui - Dirar, Da Costa, Saiss, Hakimi - Amrabat, El Ahmadi, Boussoufa, Ziyach (85. Bouhaddouz) - Belhanda (63. Fajr) - Boutaib (72. En-Nesyri)

Gelbe Karten: Keine bzw. El Ahmadi, Amrabat, Da Costa, Boussoufa, El Kajoui, Hakimi

Die Besten: Iniesta, Isco bzw. Boutaib, Saiss, Amrabat

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