Insel-Security:

„Deeskalierendes Auftreten ist essenziell!“

Bis zu 1000 Polizisten und 500 Security-Mitarbeiter sorgen beim Donauinselfest zwischen der Reichs- und Nordbrücke für Schutz und Sicherheit. Bereits seit zwölf Jahren kümmern sich die Mitarbeiter der St-Security dabei um das Areal bei der spark7/Kronehit-Bühne. Die Mitarbeiter sind rund um die Uhr im Einsatz. City4U hat Inhaber Dirk Riessberger zum Interview gebeten: 

Security am Donauinselfest: Ein besonderer Job?

Auf jeden Fall. Grundsätzlich ist die Arbeit im Sicherheitsdienst heutzutage generell besonders, im Gegensatz zur allgemeinen Meinung. Fachwissen, Rethorik, Höflichkeit, deeskalierendes Know-how und eine sehr starke psychische Belastbarkeit stehen im Vordergrund. Selbstverständlich helfen Auftreten und eine optische körperliche Fitness bei der Arbeit, das steht jedoch nicht an erster Stelle.

Am Donauinselfest ist die Besonderheit der Tätigkeit sehr offensichtlich, man arbeitet ja nicht ständig in so großen Teams die koordiniert werden müssen. Auch die Vielzahl der Besucher sorgt für viele Ereignisse, die nicht alltäglich sind. Weiters ist das permanete Zusammenspiel mit Veranstalter, anderen Sicherheitsdiensten, Behörden und Einsatzkräften nicht alltäglich. Es ist Jahr für Jahr eine tolle Erfahrung und macht mir viel Spaß.

Seit wann seid ihr damit beauftragt?

Mein Unternehmen betreut dieses sensationelle Fest seit zwölf Jahren. Dabei sind wir stets bei den Bühnen die von der Stargate Group produziert werden im Einsatz.

Was sind die Aufgaben eines Securitys?

Ordnerdienste, Geländeabsicherung, Bewachung der Aufbauten und des Lagers, Geldtransporte und vieles mehr. Priorität haben für mich der sichere Ablauf des Events und somit das Wohlergehen der Gäste. Hier liegt das Augenmerk darauf die Besucherströme unter Kontrolle zu halten, bis hin zum Alarmieren der Rettungskräfte. Selbstverständlich auch das deeskalierende Einschreiten bei Gewaltakten, diese werden aber eindeutig weniger von Jahr zu Jahr. Das einzig wirklich aktuelle Thema in diese Richtung ist sexuelle Belästigung. Hier wird jedoch generell intensiv darauf geachtet. 

Apropos sexuelle Belästigung. Speziell für Frauen wurden an den Westen nun bei eigens dafür geschulten Mitarbeitern auch Buttons angebracht, damit Frauen sich jederzeit an diese Mitarbeiter wenden können. Werdet ihr oft mit Belästigungen an Frauen konfrontiert? Was sollte man als Frau dann am besten machen?

Das Wichtigste meines Erachtens nach, ist es zu vermeiden sich alleine beim Fest zu bewegen, in einer größeren Gruppe mit Freundinnen und Freunden ist es sicherer. Auch bei kurzen Wegen zu WC-Anlagen etwa sollte Frau darauf achten. Erstens kann somit das Risiko generell reduziert werden und schlimmstenfalls ist wer da, der die Security oder Polizei alarmieren kann.

Traurigerweise musste ich jedoch beobachten, dass hier die Zivilcourage teilweise nicht hoch ist. Obwohl ausreichend andere Gäste anwesend sind, wird oft weggeschaut. Abgesehen von dem nicht alleine sein, sollten Damen sich auch nicht auf verbale Konversationen einlassen, wenn ihnen schon Obszönitäten nachgerufen werden. Hier empfiehlt es sich diese zu ignorieren und die Person oder die Personen keines Blickes zu würdigen. Natürlich noch viel mehr - Aber, das würde hier zu lang werden. Gerne biete ich jedoch jeder interessierten Frau an, uns zu diesem Thema zu kontaktieren. Seit Kurzem entwickeln wir hier auch einen Verhaltenskurs, der sehr umfangreich ist. Vom Auswählen des Parkplatzes, zum generellen Verhalten bis zu leichten Selbstverteidigungstechniken wird diese Schulung informieren. In Kürze gibt es den Kurs in unserem Dienstleistungsangebot.

Wie viele Männer sind von dir jeden Tag im Einsatz?  

Täglich haben wir 40-50 Frauen und Männer im Einsatz, je nach Qualifikation werden diese eingesetzt und koordiniert.

Gibt es auch Frauen die bei dir auf der Insel tätig sind? 

Na klar, ich hab ein paar sehr erfahrene und gute Damen im Einsatz. Sehr oft kommt es vor, dass etwa nur eine Dame dann Deeskalation bewirken kann. Diese sind notwendig und fixer Bestandteil des Teams. Auch beim anderen Einsätzen.

Und du selbst? Wie lange dauern deine Einsatszeiten?

Heute von 0-24 Uhr. Bis auf kurze Ruhephasen, bei denen ich im Bedarfsfall aber verfügbar bin, stehe ich meinen Auftraggebern seit Donnerstag Abend bis Montag in der Früh durchgehend persönlich zur Verfügung.

Erzähl mal: Was war die bis dato größte Herausforderung für dich am Inselfest?

Vor Jahren mussten wir wegen einem sich näherndem Unwetter und vorherergangener Sturmwarnung eine volle Bühne räumen. Dies war wirklich ein Ereignis, bei dem man Nerven behalten musste und hochkonzentriert die Mitarbeiter koordinieren musste. Das lief damals perfekt ab! Als alle Besucher weg waren brachten wir uns als letztes unter die Brigittenauerbrücke in Sicherheit und das mit einem erfüllendem Lächeln, da alles so gut verlief.

Was ist die schönste Erinnerung?

Das Schönste jedes Jahr, ist es immer wieder zu lernen und neuen Erfahrungen und Herausforderungen zu begegnen.

Bei welchem Event seid ihr als nächstes im Einsatz?

Ich betreue unzählige Events jedes Jahr, auch bei der Formel 1 nächste Woche werden wir mit einem Team vor Ort sein. Für die Wiener das interessanteste in nächster Zeit, wahrscheinlich das Electric Nation in der Krieau im Juli. Aber grundsätzlich kann man uns jedes Wochenende irgendwo treffen.

Juni 2018

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Julia Ichner
Julia Ichner
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