Mi, 24. Oktober 2018

Unterinntaltrasse:

12.06.2018 14:30

Orte wollen, dass Züge im Berg verschwinden

Auf welcher Trasse geht die Unterinntalbahn von Kundl bis Langkampfen weiter? Rund um diese Frage laden die ÖBB derzeit zu Info-Veranstaltungen in den Gemeinden ein. Start war nun in Angath. Das größte Anliegen ist leicht auf den Punkt gebracht: Die Züge sollen ab 2032 möglichst unterirdisch fahren.

„Auf den ersten Blick sieht die Planung gut aus“, nickt Josef Wimpissinger, ehemaliger Metzgermeister in Angath, zufrieden mit dem Kopf. Im Gemeindesaal informierten die Bundesbahnen auf großen Plakaten über die Planungen für den viergleisigen 20-Kilometer-Abschnitt im Unterland. Die Gelassenheit der Bevölkerung hängt aber wohl davon ab, ob die Züge im Berg verschwinden oder nicht. „Wenn die Trasse nicht unterirdisch läuft, ist Gegenwind programmiert“, glaubt Wimpissinger.

Zwei Optionen am Tisch
ÖBB-Projektplaner Norman Schubert konnte dazu noch nichts Endgültiges sagen, „es sind noch beide Optionen am Tisch“. Aber: Bei einer oberirdischen Variante, die mehr Lärm erzeugen würde, käme den Planern auch noch die Autobahn in die Quere. Ein weiterer Punkt, so hoffen die Angather, der die Chancen für die Tunnellösung unterstützt.

50 Bohrpunkte nötig
Rein technisch ist die Strecke eine ähnliche Herausforderung wie der fertiggestellte Abschnitt von Kundl bis Baumkirchen. Allein für die Erkundung des Berginneren sind 50 Bohrpunkte nötig, davon eine Bohrung auf einer Plattform im Inn. Bis zu 350 Meter tief wird die Beschaffenheit des Untergrundes erkundet. Allein für das Messprogramm sind 67 Kilometer Kabel vorgesehen, verdeutlichte die ÖBB-Information die Dimensionen des Projekts. Von den Kosten will daher derzeit noch niemand reden.

ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair versicherte, dass man ein offenes Ohr für die Anliegen der Bevölkerung habe: „Deshalb sind wir jetzt schon unterwegs.“ Kritischer wie gestern in Angath und darauffolgend in Kundl könnte die Stimmung in Langkampfen sein, wo die Verknüpfung mit bestehenden Gleisen geplant ist. Über Hunderte Meter ist eine offene Trassenführung notwendig. Eine Gruppe „Kampf dem Lärm“ hat sich bereits formiert.

Andreas Moser
Andreas Moser

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