Fr, 19. Oktober 2018

Hotellerie

13.06.2018 11:30

Die einfachen Hotels sterben langsam aus

Sie sind günstig, bieten gute Qualität zu moderaten Preisen und werden immer weniger: Die Ein- und Zwei- Stern-Betriebe. Laut Statistik haben alleine in den vergangenen zehn Jahren ganze 273 dieser Hotels und Pensionen das Handtuch geworfen. Und das habe laut Hoteliers und der Wirtschaftskammer seine Gründe.

Es ist eine dieser Altbekannten. Fast überall zu haben, ob im kleinen Dorf oder auch der Landeshauptstadt. Und zu meist sehr moderaten Preisen: Die Ein- und Zwei-Stern-Hotels und Pensionen, die Komfort für den kleinen Geldbeutel mit ein bisserl weniger Ansprüchen anbieten.

Und gerade Hotels dieser beiden Kategorien werden in Salzburg immer rarer, wie nicht nur der Blick in die Buchungsportale zeigt: Laut der Hotellerie-Statistik der Wirtschaftskammer Salzburg (WKS) hat sich die Zahl dieser Betriebe zwischen 2007 und 2017 beinahe halbiert: Nur noch 464 scheinen in der Kategorie auf, 273 haben das Handtuch geworfen - ein Minus von ganzen 37 Prozent!

Dieser rasante Rückgang habe seine Gründe, wie Reinhold Hauk, Fachgruppen-Geschäftsführer der Hotellerie in der WKS, berichtet: „ Die Anzahl dieser Anbieter ist stark zurückgegangen, weil einerseits viele wegen fehlender Nachfolger oder auch Investitions-Staus aufgehört haben.“

Daneben würden einige ehemalige Ein- und Zwei-Stern-Betriebe neue Wege gehen: „Viele lassen sich nicht von der Wirtschaftskammer kategorisieren, wie auch große Hotelketten“, sagt Hauk.

Und genau diese Strategie verfolgt auch das Ex-3-Stern Hotel Lehenerhof in der Ignaz-Harrer-Straße, das im vergangenen Jahr von der Felleis- und Knittelfelder-Gruppe übernommen wurde: „Wir lassen unser Hotel nicht mehr kategorisieren, weil wir der Meinung sind, dass ein starkes Konzept, das auf den Gast abgestimmt ist, viel wichtiger ist. Sterne sagen darüber nichts aus“, sagt die Assistentin der Geschäftsführung, Elisa Göllner. Generell scheint der Markt für die Wenig-Stern- Betriebe nicht einfacher geworden zu sein: „Allgemein sind die Bedingungen sehr schwierig, vor allem mit den Behörden ist es nicht einfach. Es fällt auf, dass wir immer weniger werden“, sagt Mark Pregartbauer, der das Zwei-Stern-Hotel Adlerhof in der Elisabethstraße betreibt und hinzufügt: „Die Kategorisierung ist nicht mehr zeitgemäß und muss überholt werden.“

Fachgruppen-Geschäftsführer Reinhold Hauk sieht die Entwicklung am Hotelmarkt gelassen - auch die Vier- und Fünf-Stern-Hotels seien im gleichen Zeitraum mehr geworden: „Wir sind auf mehr Qualität aus und haben die Richtlinien der Kategorisierung überarbeitet“, sagt der Experte.

Verena Seebacher
Verena Seebacher

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