Fr, 22. Juni 2018

Maggies Kolumne

08.06.2018 11:33

Weggesehen...

Bedauerlicherweise scheinen viele Menschen ihre Augen vor der Realität zu verschließen, weil es bequemer ist. Leider ist Zivilcourage schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Dabei wissen wir alle: wegschauen hilft nicht!

Doch zum Glück gibt es sie noch, die Helden des Alltags. Stellen Sie sich vor, Sie finden eine Katze angebunden (!) in einer Hundezone (!) vor - das passierte einer unserer Leserinnen aus Wien. Schnell wurde eine Transportbox besorgt und die Tierrettung gerufen. Noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte kehrte dann die Besitzerin der Katze zurück - sie sei mit ihren Kindern im Schwimmbad gewesen und würde die Katze immer wieder für ein paar Stunden draußen anbinden. Unsere Leserin und ihr Gatte verweigerten die Herausgabe der Katze - die Veterinäre fanden später heraus, dass das Tier stark dehydriert und unterernährt war - der Stubentiger muss nicht mehr zur Besitzerin zurück, es wurde Anzeige erstattet. Nicht auszudenken, wie lange das Martyrium der Katze noch dauern hätte müssen, wenn die beiden aufmerksamen Tierfreunde nicht so viel Zivilcourage gezeigt hätten.

Umso unbegreiflicher ist für mich, dass es Profis gibt, die nicht einschreiten, wenn Tiere leiden müssen. Ein Fleischer aus Völkermarkt musste sich diese Woche vor Gericht verantworten, weil er bei einer Schlachtung Fehler gemacht hat und zwei Schweine leiden mussten. Das wissen wir, weil es Videos gibt - die ein Tierarzt gemacht hat, ohne einzuschreiten. Wie kann das sein, frage ich mich? Ich hoffe sehr, dass dieser Sache nachgegangen wird. Denn wenn es die Tierärzte nicht vormachen - wie kommen wir dann zu mehr Zivilcourage im Tierschutz?

Maggie Entenfellner, Kronen Zeitung

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