Skurriler Job

Auch Hunde gehen mittlerweile zur Massage

Nadja Docsek ist Masseurin. Doch sie hilft mit den richtigen Handgriffen nicht gestressten und verspannten Menschen, sondern Hunden. Nadja Docsek ist eine Tiermasseurin. „Was den Menschen gesund erhält, ist beim Hund nicht anders“, sagt die Wienerin beim Termin mit City4U-Rüde Murphy, der sich als Testobjekt zur Verfügung gestellt hat. Die Massage dient vor allem dabei, dem Tier durch wenige Handgriffe Schmerzen nehmen zu können und es im Alter länger fit zu halten.

Im Manus Ausbildungszentrum für Gesundheitberufe in Hütteldorf sind gerade einige Kurse in Gange. Unter anderem werden dort auch Lehrgänge für Kleintiermassage abgehalten. Eine der Lehrerinnen ist Nadja Docsek. „Ich bin auch Personal- und Pilatestrainerin. Bewegung und Gesundheit hat mich schon immer interessiert. Da war es dann leicht für mich, den Bogen in dieser Beziehung auch zum Tier zu spannen“, erzählt sie im City4U-Interview.

Obwohl das Gespräch erst begonnen hat, konzentriert sie sich schon ganz auf den heutigen tierischen Massagekandidaten namens Murphy. Dieser geht ganz keck und freundlich auf sie zu und freut sich über die ersten Streicheleinheiten. „Jeder Hund ist anders. Man kann und darf sie nie unter Zwang massieren. Im Großen und Ganzen mögen es aber fast alle“, betont Docsek. Auch Murphy gefällt es. Er legt sich willig vor sie hin und genießt die ersten Massagegriffe.

„Es ist ganz wichtig, sich auf jedes Tier individuell einzustellen. Wo mag es die Berührungen besonders, wo zeigt es eventuell Abwehrreaktionen oder Anzeichen von Schmerzen. Wo befinden sich Temperaturunterschiede oder klassische Verspannungen“, beschreibt die 49-Jährige. Seit sie vor zehn Jahren auf der Veterinärmedizinischen Universität einen Lehrgang für Physiotherapie bei Vierbeinern abgeschlossen hat, ist sie in diesem Bereich tätig. „Ich habe bemerkt, dass sich durch die Massage oder eben die Berührungen, die Beziehung zwischen Tier und Mensch verändert und intensiviert. So gesehen, tut sie allen gut.“

Mittlerweile ist die Massage von Murphy in vollem Gange. „Murphy ist ein sehr guter Kandidat dafür. Er ist sehr liebevoll, interessiert und zugänglich. Obwohl er in einer für ihn ganz fremden Umgebung ist, entspannt er sich total.“ Der City4U-Hund lässt sich alle Berührungen gefallen. Er zeigt keine Abwehrreaktionen und zum Glück auch keine Schmerzen. Ein paar Grundgriffe für zu Hause gibt es obendrauf. DIe sind übrigens auch bei Katzen anwendbar. Jedoch schwieriger umzusetzen, da Katzen ihren eigenen Kopf haben.

Wie auch bei Menschen gibt es auch bei Tieren unterschiedliche Geschmäcker. „Die einen mögen sanften Druck, die anderen stärkeren. Zudem gibt es bestimmte Griffe, die beruhigen und entspannen sowie welche die belebend wirken“, erläutert die Wienerin. „Ich würde mir das vor allem vermehrt für traumatisierte Tiere im Heim wünschen. Gerade um an sie ranzukommen - da können Berührungen viel bewirken.“ Die individuelle Persönlichkeit jedes Tieres ist generell eine große Herausforderung für die Masseurin: „Zudem kommt hinzu: Der Mensch weiß, worauf er sich einlässt, wenn er zu mir kommt. Der Hund jedoch nicht. Wenn es dem Menschen nicht so gut gefällt, wird er die Zeit trotzdem über sich ergehen lassen, schließlich hat er es ja bezahlt. Ein Hund macht das nicht.“

Was die Tiere spüren, ist, ob die Wienerin ganz bei der Sache ist: „Wenn man Tiere massiert, kann man währenddessen nicht überlegen, was man am Abend kochen wird. Das Tier merkt das sofort und dann funktioniert die Massage nicht. Die geistige, innere Haltung ist also ganz wichtig.“ Das Ziel bei jeder Massage ist, dass das Tier sich entspannt. „Das gelingt eigentlich immer, auch wenn es bei manchen erst nach ein paar Minuten ist.“ Den Hunden dabei zu helfen, dass es ihnen gut geht, ist für Docsek sowieso der schönste Beruf der Welt.

Wer seinen Hund auch massieren lassen möchte oder einen Tageskurs zum Thema Tiermassage besuchen will, findet auf Nadja Docsek Facebook-Seite die genauen Infos dazu. Im Zehner-Block für die Tiermassage kostet eine Behandlung zwischen 20 und 45 Euro. Ein Tages-Workshop schlägt mit etwa 130 Euro zu Buche.

Juni 2018

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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