So, 22. Juli 2018

Nach Lkw-Anschlag

07.06.2018 14:55

Lebenslange Haft für Stockholmer IS-Attentäter

Für den Terroranschlag in der Stockholmer Innenstadt mit fünf Toten muss ein IS-Sympathisant lebenslang ins Gefängnis. Das Gericht in der schwedischen Hauptstadt verurteilte den Usbeken Rachmat Akilow am Donnerstag zur Höchststrafe. Sein Terroranschlag habe Schweden vor allem „psychologischen Schaden“ zugefügt, sagten die Richter.

Zuvor hatte der 40-Jährige gestanden, einen gestohlenen Lastwagen vorsätzlich in die Menschenmenge auf der Stockholmer Haupteinkaufsstraße gelenkt zu haben. Das Attentat im April 2017, bei dem Akilow fünf Menschen tötete und laut Urteil den Tod von mehr als 100 weiteren riskierte, dauerte nur 40 Sekunden. Der Lkw wurde gestoppt, weil er vom Weg abkam und in ein Kaufhaus raste.

„Wollte Angst in der Bevölkerung erzeugen“
Nach eigener Aussage wollte Akilow erreichen, dass Schweden den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat aufgibt. Er habe Angst in der Bevölkerung erzeugen wollen, sagte sein Anwalt vor Gericht. Vor dem Attentat schaute Akilow laut Urteil IS-Propaganda im Internet an und chattete mit anderen IS-Sympathisanten. Unter anderem habe er um Erlaubnis und Unterstützung für sein Attentat in Stockholm gebeten. Getroffen habe er sich jedoch mit keinem seiner Gesprächspartner. Der IS reklamierte den Anschlag später auch nicht für sich.

Im Video: Die Todesfahrt von Stockholm

Nach Haftende folgt Abschiebung
Der 40-Jährige lebt seit 2014 in Schweden. Zwei Jahre später lehnten die Behörden seinen Asylantrag ab, vor einer drohenden Abschiebung tauchte er jedoch unter. Zum Zeitpunkt des Attentats war Akilow illegal im Land.

Das Gericht entschied daher, dass der Terrorist nach seiner Gefängnisstrafe ausgewiesen wird und auch später nicht wieder zurückkehren darf. In Schweden bleiben zu lebenslanger Haft verurteilte Gefangene in der Regel nicht bis zu ihrem Tod im Gefängnis. Im Schnitt sitzen sie 16 Jahre ab.

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