So, 23. September 2018

Nach Schock-Prüfung:

06.06.2018 11:45

Joker für die Matura-Fünfer nach Schlappe

Jetzt dürfen alle Salzburger Schüler, die einen Fleck bei der Matura kassiert haben, zur Kompensationsprüfung antreten, um sich ihre Note auszubessern. In Mathematik waren es besonders viele. Und das bringt so manche Salzburger Schule beinahe an ihre logistischen und organisatorischen Grenzen.

Es war eine der Meldungen, die Ende Mai den Salzburger Maturanten und deren Eltern die Sprache verschlug: Nach dem großen Strebern und einer langen Matura die Ernüchterung - laut der ersten Hochrechnung war die zentralisierte Reifeprüfung besonders schlecht ausgefallen, alleine in Mathe sind österreichweit rund 18 Prozent durchgefallen. Eigene Zahlen für Salzburg gäbe es noch nicht, die Schulen hätten die Noten ihrer Schüler immer noch nicht ins Onlinesystem eingespielt, heißt es beim Bildungsministerium. Erst Ende Juni wolle man den Notenschnitt veröffentlichen.

Generell sei die Prüfung schwierig gewesen, wie auch der Landesschulsprecher Max Aichinger (18) - der die AHS-Matura am Borromäum selbst mitgeschrieben hat - berichtet: „Das schlechte Ergebnis liegt wahrscheinlich daran, dass die Aufgabenstellungen sehr textlastig waren und zusätzlich aber auch unterschiedliche Hilfsmittel eingesetzt werden durften.“
So durften beispielsweise Maturanten im Borromäum das Programm „Geogebra“ - eine Software für Geometrie - verwenden, während Schülern der Modeschule Hallein dies nicht erlaubt war. Auch in Deutsch zeige sich dieses Problem: „Manche müssen noch mit der Hand schreiben und danach eine Reinschrift verfassen, andere wiederum nicht“, sagt der Landesschülersprecher, der für die AHS im Bundesland zuständig ist.

Die betroffenen Schüler haben aber noch einen Joker, den sie am Dienstag und Mittwoch ausspielen können: Die Kompensationsprüfung, bei der sie ihre Note verbessern können - im besten Fall auf einen Dreier. Abgehalten werden diese Prüfungen an allen Schulen, an denen Schüler einen Fünfer kassiert haben.
Auch rund 36 Schüler am Christian Doppler Gymnasium in Lehen treten derzeit zur Kompensationsprüfung an, wie Direktor Anton Stefan der „Krone“ berichtet: „Wir liegen bei der Mathe-Matura im Österreich-Schnitt. Von den 280 Maturanten müssen bei uns gut 13 Prozent zur Kompensationsprüfung antreten, vorwiegend in Mathematik, teils aber auch in Deutsch oder Französisch “, sagt Stefan.U
nd das stellt die Schule vor eine logistische Herausforderung: „Es ist relativ knapp, wir sitzen von 8 bis 19 Uhr in den Prüfungen“, sagt Stefan, der generell Handlungsbedarf bei der Zentralmatura sieht: „Ich glaube, dass es für die Zukunft förderlich wäre, wenn die Fragestellungen besser abgestimmt werden, damit der Schwierigkeitsgrad nicht jedes Jahr so stark schwankt. Das Team muss sich besser absprechen.“
Er wünsche sich zudem, dass in Zukunft die Zentralmatura nicht mehr in der Schule, sondern auch an zentraler Stelle korrigiert wird.

Im Bildungsministerium arbeite man bereits an einer Lösung, wie eine Sprecherin im Gespräch mit der „Krone“ bestätigte: „Wir evaluieren derzeit die heurige Zentralmatura und werden uns Ende Juni dazu äußern.“

 krone.at
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