Mi, 19. September 2018

516 Kilo pro Person

06.06.2018 06:00

Der Plastik-Müllberg wächst uns über den Kopf!

Wattestäbchen, Strohhalme, Kunststoff-Besteck oder -Luftballonstäbchen will die EU verbieten. Den Müll-Entsorgern in Oberösterreich geht das noch nicht weit genug, sie wollen etwa auch Einwegverpackungen für Lebensmittel auf der Verbotsliste sehen. Denn der Plastik-Müllberg wächst uns schön langsam über den Kopf!

Zahlenspiele: Jeder von uns produziert pro Jahr 516 Kilo Haushaltsabfälle, davon werden 377 Kilo getrennt und zu mehr als 90 Prozent recycelt. Der Rest wird verbrannt. 71 Kilo der getrennten Abfälle sind Verpackungen, darunter 25 Kilo Kunststoffe. Dies klingt wenig, doch die Verpackungen haben das fünffache Volumen des Restmülls und produzieren damit einen enormen Abfallberg.

„Und der Trend zu Einweg-Gebinden hält an. So sind nur noch 18 Prozent der Getränkeverpackungen Mehrweg-Flaschen“, sagt Rudi Anschober, der kommende Woche bei der Landes-Umweltreferenten-Tagung in Salzburg auch ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika und Pflegemitteln sowie von Einwegverpackungen bei Lebensmitteln fordern wird. Weiters soll künftig eine verbindliche Quote für Mehrwegflaschen oder Pfand auf Einwegflaschen kommen - die EU fordert bis 2025 eine Sammelquote von 90 Prozent. „Bisher liegen wir bei 40 Prozent“, weiß Thomas Anderer vom Landesabfallverband im Interview unten.

„Wir müssen umdenken, damit Produkte von Haus aus auf Wiederverwertbarkeit ausgelegt sind“, sagt Roland Wohlmuth, Vorsitzender des Abfallverbandes.

Den Landesabfallverband mit 182 Altstoffsammelzentren leitet Thomas Anderer, der die Trennmoral der Oberösterreicher lobt.

„Krone“: Alle reden über das Plastik im Meer. Sind an dem auch wir schuld?

Anderer: Plastikmüll aus Oberösterreich spielt da keine Rolle. Aber vor 25 Jahren waren unsere Wälder vergleichbar mit den Meeren. Überall lag Plastik.

„Krone“:Wurde nicht gesammelt?

Anderer: Im Jahr 1989 entstand in Weibern das erste Altsoffsammelzentrum, um zu testen, ob die Leute bereit sind, ihren getrennten Müll hierhin zu bringen. Heute haben wir 182 Sammelzentren und trennen 80 Stoffe, davon zehn Kunststoffe.

„Krone“:Rechnen sich diese Sammelzentren?

Anderer: Bis zu 95 Prozent der hier abgegebenen Stoffe werden recycelt, sind damit Rohstoffe. Anfangs brauchten wir finanzielle Unterstützung, heute schreiben wir Gewinne, stützen die Müllgebühr.

„Krone“:Was darf man also ohne schlechtes Gewissen in die Restmülltonne werfen?

Anderer: Alles, was nicht recycelbar oder verschmutzt ist oder aus hygienischen Gründen so entsorgt werden muss. Im Bezirk Schärding haben 78 Prozent der 20.000 Haushalte eine 6-wöchige Abholung der Restmülltonne. Es funktioniert also.

Markus Schütz/Kronen Zeitung

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