04.06.2018 16:04 |

7,5 Jahre Haft

Dreister Heiratsschwindler kassiert Höchststrafe

Sie glaubten die absurdesten Geschichten, die erfolgreichen Frauen auf der Suche nach der Liebe. Und er erzählte sie ihnen. Dass er Arzt sei, Leben rette müsse in Syrien oder in Privatkliniken und deshalb kaum Zeit habe. Letztere hatte und hat er aber im Überfluss - als Häftling, eingesperrt bis vorerst 2026!

Jetzt könnten noch 7,5 Jahre dazukommen, wenn das Urteil rechtskräftig wird, das Richter Andreas Hautz über ihn verhängte. Die absolute Höchststrafe, zwei Jahre mehr als sonst, wegen des schnellen Rückfalls. Denn der gute Mann, in Wahrheit 62 und nicht 39, wie er den Frauen weismachte, ist keineswegs Arzt, sondern 24-fach vorbestrafter Betrüger.

Obdachlosem Sohn Unterschlupf gewährt
Seine Opfer schickten ihm Geld, Wertsachen, Jeans für die „Tochter des Ali Baba im Irak“, eine ließ auch seinen obdachlosen Sohn bei sich wohnen und bezahlte ihm offene Polizeistrafen. Eine andere Essenskörbe, die „mittels Hubschrauber abgeworfen würden“. Und alle schickten ihm Nacktfotos - mit denen er sie erpresste.

„Ein übler Charakter“
Als er Richter Hautz dann noch Geschichten erzählte, die Baron Münchhausen vor Neid erblassen hätten lassen - etwa, dass er Multimillionär sei dank einer 103-jährigen „Wahl-Oma“, die mal in Israel, mal in Wien und mal am Wörthersee lebe -, reichte es Herrn Rat dann. Er habe den Eindruck, Willibald K. sei „ein übler Charakter“, der „perfide Freude daran hat, andere zu manipulieren“. Seine Verantwortung nannte der Richter „wahnwitzig, aber wenn man beginnt, die Opfer zu verhöhnen, dann hat man nichts anderes zu erwarten als die Höchststrafe“. - Lautstarke Berufung.

Gabriela Gödel, Kronen Zeitung

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