Kill the kids?

Schul-Amoklauf-Spiel sorgt in USA für Empörung

Die Online-Plattform „Steam“ hat nach heftigen Protesten das kontroverse Spiel „Active Shooter“ aus seinem Store entfernt. Bei diesem kranken Ego-Shooter läuft man aus der Sicht eines Amokläufers durch die Schule und versucht, so viele Lehrer und Schüler wie möglich zu töten. Proteste und eine Petition in den USA führten dazu, dass das Spiel nicht zum Verkauf freigegeben wird.

Eigentlich sollte das Spiel, von dem unbekannten Entwicklerstudio Revived Games, eine Art S.W.A.T.-Simulation sein, bei dem es darum geht, den Amokläufer an einer Schule aufzuhalten. Jedoch bietet das Game ebenfalls die Möglichkeit, in die rolle des Amokläufers zu schlüpfen. Dabei geht er von Raum zu Raum, während kreischende Teenies von ihm davonlaufen, um sie zu erschießen.

In den USA brach daraufhin ein Shitstorm aus. Eine Petition wurde gestartet, die bereits von 200.000 Menschen unterschrieben wurde. Spieler wiesen daraufhin, dass es alleine im heurigen Jahr bereits 22 Vorfälle an amerikanischen Schulen gab, bei denen Schüler mittels Waffengewalt getötet oder verletzt wurden. Neben Waffengegnern und Politikern meldeten sich auch Angehörige von Todesopfern eines Amoklaufs.

Als Reaktion auf die Proteste cancelte „Steam“ den für 6. Juni 2018 geplanten Start des Verkaufs - nicht jedoch aufgrund moralischer Bedenken. Gegenüber dem Online-Magazin Motherboard begründete das Unternehmen seine Entscheidung damit, dass hinter Revived Games der Spieleentwickler Ata Berdiyev stehe, der Rezensionen manipuliert, geschütztes Material in andere seiner Spiele übernommen sowie Kunden getäuscht habe.

Juni 2018

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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