Mo, 10. Dezember 2018

Es geht um 3 Millionen

01.06.2018 06:30

Streit um Airport-Dividende

Am Salzburger Flughafen hängt der Haussegen schief: Dort sperrte sich der Aufsichtsrat gegen den Wunsch des Landes, eine 2,4 Millionen-Dividende auszuschütten. 600.000 € will die Stadt. Grund dafür: Rückgang der Passagierzahlen und anstehende Sanierungen. Die 3 Millionen Euro Gewinn werden trotzdem ausbezahlt.

Mit 7:3 Stimmen  empfahl der Aufsichtsrat  der  Generalversammlung, keine Gelder auszuschütten und überstimmte so Christian Stöckl als Aufsichtsratsvorsitzenden.  Die Gründe, warum der Aufsichtsrat bremste, sind vielfältig: Seit Jahresbeginn verzeichnet der Salzburger Flughafen ein Minus bei den Passagierzahlen (rund 2,8 %), dazu kommt 2019 eine fünfwöchige Betriebssperre ohne Einnahmen wegen der geplanten Pisten-Sanierung. Ebenso  finden sich  zahlreiche  Urlaubs-Destinationen von 2017 nicht mehr im Sommerflugplan 2018 wieder: So kann man nicht mehr auf die Kanaren (Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria) fliegen, auch Split und Dubrovnik werden von Eurowings nicht mehr angeflogen.

Selbst frühere, attraktive Ziele in Griechenland (Santorin) oder Italien (Lamezia Terme)  wurden gestrichen. Alles Gründe, warum man beim  Salzburg-Airport heuer noch hofft,  eine ausgeglichene Bilanz vorlegen zu können. 2019 könnte der  Airport  erstmals in den roten Zahlen landen.

Kritiker sehen die neue Flughafen-Leitung in Salzburg in der Pflicht: Während der Flughafen Linz für 2018 ein  Plus an 26 % bei neuen Verbindungen meldet, schaut es   hier in Salzburg düster aus.

Sogar Linz vor Salzburg

So kann man mittlerweile vom kleineren  Linzer Flughafen aus (2017:  402.007 Passagiere)   zu weit mehr Urlaubs-Destinationen als von Salzburg aus aufbrechen: Direkt nach Usedom oder Rostock an der Ostsee, drei  Mal pro Woche nach Ägypten (darunter Marsa Alam), aber auch nach Tunesien.  Ebenso  an mehr griechische Ziele (darunter Chania in West-Kreta) als vom Salzburg Airport aus.

Auch aus der Salzburger Reisebüro-Branche kommt heftige Kritik: „Es ist zwar nett und schön, wenn wir tausende Touristen aus England und Skandinavien zu uns nach Salzburg bringen. Aber für  Salzburger, die von hier aus in den Urlaub fliegen wollen, ist das Angebot mittlerweile sehr schlecht.“

Postskriptum: Die Flughafen-Generalversammlung beschloss dennoch einstimmig, der Empfehlung des Aufsichtsrates nicht zu folgen und an Land und Stadt  insgesamt drei Millionen Euro an Gewinnausschüttung auszubezahlen.

Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl: „Es war immer vorgesehen, dass der Flughafen die entsprechende Dividende ausschüttet. In der Sitzung gab es dazu eine ganz normale Diskussion, in der der Aufsichtsrat sein Vorschlagsrecht wahrgenommen hat.“ Die 2017er-Bilanz soll erst Anfang Juli präsentiert werden.

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

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