Do, 20. September 2018

Klare Mehrheit

26.05.2018 10:08

Exit Polls: Iren für Ende des Abtreibungsverbotes

Beim Abtreibungsreferendum in Irland zeichnet sich eine große Mehrheit für eine Lockerung des strikten Verbots von Schwangerschaftsabbrüchen ab. Laut einer Nachwahlbefragung unter 4000 Personen im Auftrag der „Irish Times“ stimmten am Freitag rund 68 Prozent der Wähler für die Streichung eines Verfassungsartikels, der Schwangerschaftsabbrüche faktisch unmöglich gemacht hatte.

Der Befragung durch das Meinungsforschungsinstitut Ipsos/MRBI zufolge votierten vor allem junge Wähler und Frauen mit überwältigender Mehrheit für die Lockerung des Abtreibungsverbots. Bei den 18- bis 24-Jährigen lag die Zustimmung zu der Verfassungsänderung demnach bei knapp 90 Prozent. Die Wahlbeteiligung war Berichten zufolge mit teilweise 70 Prozent außergewöhnlich hoch. Fast 3,5 Millionen Iren waren dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. In Umfragen waren die Befürworter einer Lockerung zuletzt vorne gelegen, viele Stimmberechtigte waren aber noch unentschlossen.

Die eigentliche Auszählung begann Samstagfrüh, mit einem endgültigen Endergebnis wird am Nachmittag gerechnet. Sollte das Ergebnis der Nachwahlbefragung bestätigt werden, kann das Parlament neue Regeln für Schwangerschaftsabbrüche festlegen. Geplant ist eine Legalisierung von Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche.

Tausende Irinnen trieben am Ausland ab
Im katholisch geprägten Irland galt bisher eines der strengsten Abtreibungsverbote in der Europäischen Union. Wer dagegen verstieß, konnte mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden. Selbst nach einer Vergewaltigung war in Irland ein Schwangerschaftsabbruch untersagt. Tausende irische Frauen reisten jährlich nach Großbritannien und in andere Länder, um Abtreibungen vornehmen zu lassen.

Grundlage für das strikte Verbot war ein Verfassungszusatz von 1983. Demnach waren ungeborene Kinder genauso in ihrem Recht auf Leben geschützt wie ihre Mütter. Dieser Artikel fällt nun weg. Die Regierung hat angekündigt, im Fall eines Siegs des Ja-Lagers Abtreibungen in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen straffrei zu stellen. Bei bestimmten Indikationen sollen sie bis zum sechsten Monat erlaubt sein.

Parlamentsmehrheit für Ende von Verbot, Kirche zurückhaltend
Im irischen Parlament gibt es eine Mehrheit für das Ende des Abtreibungsverbotes, auch Regierungschef Leo Varadkar ist dafür. Die in Irland mächtige katholische Kirche hatte sich in der Kampagne sehr zurückgehalten.

 krone.at
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