Mi, 19. Dezember 2018

Trump unsicher:

22.05.2018 20:48

Treffen mit Kim „passiert vielleicht später“

Nach den zuletzt schärferen Tönen zwischen den USA und Nordkorea schließt US-Präsident Donald Trump eine Verschiebung oder gar eine Absage seines Gipfeltreffens mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nicht aus. „Wenn es nicht passiert, passiert es vielleicht später“, sagte Trump am Dienstag zu Beginn seines Treffens mit dem südkoreanischen Staatschef Moon Jae In in Washington über den Gipfel mit Kim, der für den 12. Juni in Singapur geplant ist.

Zugleich bescheinigte der US-Präsident Kim aber eine „echte Bereitschaft“ zum Verzicht auf dessen Atomwaffenprogramm. „Ich denke, er meint es wirklich sehr ernst“, sagte Trump. Wenn eine Vereinbarung zwischen den USA und Nordkorea gelinge, wäre Kim „extrem glücklich“, so der US-Präsident.

Zugleich legte er nahe, Chinas Staatschef Xi Jinping könnte Kim zuletzt negativ beeinflusst haben. Nach Kims zweitem Besuch in China Anfang Mai habe Nordkoreas Machthaber „eine andere Haltung“ an den Tag gelegt, sagte Trump. Das habe ihn „ein bisschen überrascht“. „Die Dinge haben sich nach diesem Treffen verändert und ich kann nicht sagen, dass mich das sehr glücklich macht“, so der US-Präsident.

Gegenseitige Drohungen nach Wochen der Entspannung
Nach Wochen der Entspannung und des überraschenden Einlenkens hatte Nordkorea zuletzt wieder damit gedroht, die Begegnung platzen zu lassen. Als Grund wurden die US-Forderungen nach einer „einseitigen“ Aufgabe des nordkoreanischen Atomprogramms genannt. Nordkorea sagte auch ein geplantes hochrangiges Treffen mit Vertretern Südkoreas ab. US-Vizepräsident Mike Pence betonte in einem am Montag veröffentlichten Interview, es stehe „außer Frage“, dass Trump aus dem Dialog mit Nordkorea aussteige, wenn dieser keine Ergebnisse bringe.

Nordkoreas Drohung, den Gipfel abzusagen, war auch eine Reaktion auf Äußerungen von Trumps neuem Sicherheitsberater John Bolton. Dieser hatte Libyen als Vorbild für den Umgang mit Nordkorea angeführt. Das nordafrikanische Land hatte 2003 eingewilligt, sein Atom- und Chemiewaffenprogramm einzustellen. 2011 wurde Machthaber Muammar al-Gaddafi dann im Zuge von Luftangriffen einer internationalen Militärallianz entmachtet und getötet.

Libyen „kein Modell, an das wir denken“
Zuletzt hatte Trump weitreichende Garantien für einen Machterhalt von Kim in Aussicht gestellt, um den Gipfel in Singapur zu retten. „Das libysche Modell ist überhaupt kein Modell, an das wir denken, wenn wir an Nordkorea denken“, sagte er. Trump fügte aber auch hinzu, dass dieses Vorbild „sehr wahrscheinlich greifen“ würde, „wenn wir nicht zu einem Deal kommen“.

Die USA fordern die vollständige und unumkehrbare atomare Abrüstung Nordkoreas und bieten im Gegenzug wirtschaftliche Hilfen an. Das asiatische Land ist international weitgehend isoliert und liegt wirtschaftlich am Boden, auch wegen der jahrelangen UN-Sanktionen.

Schließung von Atomtestgelände noch diese Woche
Für diese Woche hat Nordkorea angekündigt, das Atomtestgelände Punggye Ri zu schließen. Je nach Wetterlage soll die Anlage am Mittwoch, Donnerstag oder Freitag unbrauchbar gemacht werden. Wie der chinesische Staatssender CGTN berichtete, machten sich ausgewählte Reporter aus China, den USA und Russland am Dienstag in Peking auf den Weg, um über das Ereignis zu berichten.

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