Mo, 15. Oktober 2018

Galerie Ropac:

23.05.2018 06:33

Auf Tauchstation mit Barceló

Miquel Barceló wartet mit Meereslandschaften auf: Da setzt selbst Arnulf Rainer die Segel

Eine Begegnung der ganz besonderen Art ereignete sich unlängst in der Galerie Ropac. Einer der, wenn nicht sogar der angesehenste und einflussreichsten österreichische Künstler unserer Zeit Arnulf Rainer, traf mit Miquel Barceló auf einen der wichtigsten Vertreter der spanischen Gegenwartskunst.

„Ich bin ein großer Bewunderer von Rainer und freue mich sehr, dass er meine Ausstellung beehrt, zudem er mir auch für meine Arbeit zu Dantes ,Göttlicher Komödie’ für eines der drei Reiche als Vorbild diente.“

„Das muss wohl die Hölle gewesen sein“, warf Rainer beim zufälligen Zusammentreffen gleich ein und traf den Nagel auf den Kopf. Nichts desto trotz, ließ er sich gerne auf einen „Tauchgang“ mit dem katalanischen Kollegen ein.

In Barcelós großformatigen Werken trifft man nämlich auf Meereslebewesen aller Art vom Oktopus, über Quallen bis hin zum Schwertfisch, die nicht nur die ganze Leinwand einnehmen, sondern einem förmlich entgegenspringen.

„Es ist als würden sie dir, wie beim Tauchen mitten ins Gesicht starren. Malen und Tauchen ist für mich ohnehin vergleichbar. Bei beiden schwebe ich in völliger Stille im horizontalen Raum, in den Tiefen des Meeres, verharre ich für einen Moment, bis ich komplett in die Welt des Ozeans bzw. jener des Malprozesses eintauche“, verrät Barceló, der in Felanitx auf Mallorca, in einer von Klippen und Höhlen geprägten Landschaft aufwuchs und seither von der See und Unterwasserwelt fasziniert ist. Das diese in seinen Werken lebendig und stimmungsvoll wirkt, liegt am pastosen Farbauftrag. Er lässt die Blau- und Weißtöne extrem plastisch wirken, sie aus der Leinwand sogar heraustreten und verbindet so die Elemente Wasser und Luft miteinander. „Die sich stets verändernden Formen des Meeres und Wolken werden mit weichen Bewegungen erfasst, die jede definierte Kontur verwischen lassen“.

Wer schon die Kathedrale von Palma besucht hat, hat eine Vorstellung von seinem beeindruckenden Schaffen. Barceló hat sich nämlich auch hier ausdrucksstark verewigt und in der Petruskapelle auf 300m² eine Art Grotte mit Fischschwärmen, Brotlaiben, einer Jesufigur und Totenschädel geschaffen - die Vermehrung von Brot und Wein bei der Speisung der Fünftausend.

Tina Laske
Tina Laske

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