Do, 18. Oktober 2018

Naturnahe Blühflächen

22.05.2018 06:30

Bienen fliegen auf die bunten Blumenwiesen

Das Biodorf Seeham, Lamprechtshausen und Seekirchen blühen richtig auf. Öffentliche Flächen in den drei Pilot-Gemeinden, die sonst entweder gar nicht oder nur als Rasenflächen genutzt werden, sind nun kaum wiederzuerkennen. Kornblumen, Narzissen oder Salbei verschönern den Straßenrand und auch die Insekten freuts.

Bunte Straßenränder, Blumenwiesen und Lebensraum für Bienen, Insekten und Vögel -- das will der Naturschutzbund in Zusammenarbeit mit dem Land Salzburg sowie dem Naturgärtner Reinhard Witt mit dem Projekt „Naturnahe Blühflächen in Pilotgemeinden“ erreichen. „Schon seit Jahren sind Institutionen speziell in Vorarlberg und Deutschland bestrebt, Flächen anders zu nutzen und ein paar Blumen mehr wachsen zu lassen“, sah sich Dr. Hannes Augustin, Landesgeschäftsführer vom Naturschutzbund Salzburg, im vergangenen Jahr selbst im „Ländle“ um.

Oberstes Gebot: den rohen Boden so lassen

Und er weiß nun ganz genau, auf was zu achten ist: „Am Anfang darf nicht zu viel Hummus aufgebracht werden. Vielmehr sollten Schotterflächen gemischt mit etwas sterilem Kompost geschaffen werden. Dort wachsen dann Blumen, die nur zweimal im Jahr gemäht werden müssen“, betont Augustin, dass man eben mehr Geduld braucht, bis die Kornblumen, Narzissen, Margeriten, Glockenblumen oder Salbei sprießen.

Perfekter Ort -  nicht nur für die Honigbiene

Und wo bekanntlich viel blüht, finden auch Insekten Nahrung. Allen voran die Bienen. Neben der Honigbiene sind in Österreich 696 Wildbienenarten bekannt. Hummeln und Wespen zählen laut des Experten auch dazu.

Zur aktuell immer aufflammenden Debatte rund um das Bienensterben durch Schädlingsbekämpfungsmittel, hat er eine ganz klare Meinung: Der Begriff wäre demnach zu eng gefasst. Augustin: „Es geht über die Honigbiene hinaus. Man muss die Vielfalt an Arten sehen. Schmetterlinge und Käfer brauchen ebenso notwendig einen Lebensraum und Blühflächen.“

In  Seeham - mit seinem Bienenpfad sowieso eine wahre  Vorbildgemeinde -, Seekirchen und Lamprechtshausen wurde im vergangenen Spätherbst damit begonnen, ein paar wenige Flächen anzusäen und zu gestalten. Bauhof- und Gemeindemitarbeiter können unter fachkundiger Anleitung erlernen, wie öffentliche Flächen naturnah und kostengünstiger angelegt werden.

Nach der Trockenphase wird es endlich bunt

Erste sichtbare Erfolge sind dank der Frühjahrsblüher schon auf der Böschung rund um das Seehamer Gemeindeamt, auf einigen Straßenrandstreifen im Ortsteil Gröm und im Norden des Biodorfes sowie die nährstoffreiche Wiese beim Bienenerlebnisweg sichtbar.

Der Frühling ist übrigens die passende Zeit für die Erstpflege der neu angelegten Flächen.  „Heuer war es relativ trocken, der Regen in den letzten Tagen tat den Pflanzen wahnsinnig gut. Jetzt wächst einiges weiter“, hofft Augustin, der seit 1983 Chef des Salzburger Naturschutzbundes ist, dass noch viele weitere Gemeinden dem Beispiel von Seeham, Seekirchen und Lamprechtshausen  folgen werden. In Zukunft soll überdies noch vermehrt mit regional gewonnenem Saatgut bei der Anlage von Blühflächen gearbeitet werden.

Sandra Aigner
Sandra Aigner

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